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Während des gesamten Asylstreits drückte nur eine Minderheit der Deutschen Seehofer die Daumen - auch nach dem neuen Kompromiss gewinnt seine CSU keine Stimmen hinzu.
Während des gesamten Asylstreits drückte nur eine Minderheit der Deutschen Seehofer die Daumen - auch nach dem neuen Kompromiss gewinnt seine CSU keine Stimmen hinzu.(Foto: dpa)
Samstag, 07. Juli 2018

RTL/n-tv Trendbarometer: Union verliert nach Asylstreit, AfD mit Rekord

Der Asylkompromiss bringt der Union laut RTL/n-tv Trendbarometer keine Vorteile in der Wählergunst. Stattdessen erreicht die AfD einen neuen Rekordwert. In Bayern ist die CSU derweil noch immer weit von der absoluten Mehrheit entfernt.

Falls sich die CSU mit dem Asylstreit innerhalb der Union Wählerstimmen sichern wollte, hat sich der Kraftakt nicht gelohnt. Wie aus dem neuen RTL/n-tv Trendbarometer des Forsa-Instituts hervorgeht, verlieren CDU und CSU sogar einen Prozentpunkt und kämen bei einer Bundestagswahl gemeinsam nur auf 30 Prozent. Das liegt vor allem an der Schwäche der CSU in Bayern, die dort nur 34 Prozent holen würde. Bei einer Landtagswahl sähe es nur geringfügig besser aus: Dort würden derzeit nur 38 Prozent der Befragten der Partei ihre Stimme geben.

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Die AfD erreicht dagegen den höchsten jemals in einer Forsa-Umfrage gemessenen Wert. Bei einer Bundestagswahl käme die Partei nun auf 16 Prozent, sie legt damit im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu. Die AfD liegt damit nun nur einen Prozentpunkt hinter der SPD, die wie in der Vorwoche bei 17 Prozent steht. Die FDP bleibt unverändert bei 10 Prozent, die Grünen legen um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent zu, die Linke rutscht auf 9 Prozent (-1).

Forsa zufolge sind 60 Prozent der Bayern der Meinung, dass die Flüchtlingsfrage nicht so drängend ist, um so einen Streit anzuzetteln. 59 Prozent der Bayern hätten einen Rücktritt Seehofers für angebracht gehalten. Das Vertrauen ins politische System insgesamt bleibt gering. 60 Prozent trauen keiner Partei mehr zu, die Probleme des Landes zu lösen.

Kanzlerin weiter ohne Gegner

An der Beliebtheit der Kanzlerin scheint der Asylstreit dagegen abzutropfen. Das Vertrauen in Angela Merkel bleibt unverändert. Im direkten Vergleich mit möglichen Herausforderern von der SPD ist die CDU-Chefin weiterhin haushoch überlegen. Gegenüber Andrea Nahles würden ihr 46 Prozent den Vorzug geben, während gerade einmal 14 Prozent der Wähler lieber die SPD-Chefin im Kanzleramt sähen. Bei Olaf Scholz ist das Verhältnis nur geringfügig günstiger: 42 Prozent zu 21 Prozent zugunsten Merkels.

Den Deutschen bereiten zudem die wirtschaftlichen Aussichten immer größere Sorgen. Zum Jahresstart gingen noch 26 Prozent von sich bessernden Verhältnissen aus. Genauso viele glaubten, dass sich die Lage verschlechtern würde. Doch seitdem driften die beiden Werte auseinander: Die Optimisten werden weniger, ihre Zahl sinkt auf nun 16 Prozent. Die Zahl der Pessimisten wächst dagegen stark an: 43 Prozent erwarten eine Verschlechterung. 38 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse unverändert bleiben, zu Jahresbeginn waren 44 Prozent dieser Meinung. Befragt wurden dazu 501 Menschen.

Für die aktuelle Umfrage zur Bundestagswahl befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa für RTL und n-tv vom 2. bis zum 6. Juli 2502 Wähler. Die Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. Die Frage zur politischen Kompetenz wurde 1004 Personen gestellt.

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Quelle: n-tv.de