Politik

Trump springt Western-Idol bei Sohn erklärt: John Wayne war kein Rassist

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Der Ruf des Western-Stars John Wayne ist stark beschädigt.

(Foto: imago/Prod.DB)

Die Rassismus-Debatte in den USA umfasst mittlerweile auch die Vita von John Wayne. Die US-Demokraten fordern die Streichung seines Namens von einem Flughafen. Grund ist ein altes Interview des längst verstorbenen Western-Stars. Sein Sohn wehrt sich gegen die Vorwürfe und erhält prominenten Beistand.

Nach der Forderung der US-Demokraten im Zuge der Rassismus-Debatte, den nach der Western-Legende benannten John-Wayne-Flughafen in Orange County umzubenennen, hat sich dessen Sohn Ethan Wayne eingeschaltet. "John Wayne war kein Rassist", sagte der 58-Jährige. Es wäre "ungerecht", seinen Vater auf der Grundlage eines einzigen Interviews zu beurteilen, schrieb Ethan Wayne in einem Statement, wie das US-Promiportal "TMZ" berichtet.

Anstoß für die Namensdebatte war eine Äußerung von John Wayne im Jahr 1971. Damals hatte der Hollywoodstar im Magazin "Playboy" gesagt, dass er an die Überlegenheit der Weißen ("white supremacy") glaube und Schwarze noch der Erziehung bedürften. Auch sagte der Schauspieler über Afroamerikaner: "Ich fühle mich nicht schuldig wegen der Tatsache, dass diese Leute vor fünf oder zehn Generationen Sklaven waren."

"Diejenigen, die ihn kannten, wussten, dass er jeden als Individuum beurteilte und glaubte, jeder verdiene die gleiche Chance", erklärte Ethan Wayne nun. Sein Vater habe in keiner Weise "die 'weiße Vorherrschaft'" unterstützt und geglaubt, "dass verantwortungsbewusste Menschen ohne Gewaltanwendung an die Macht kommen sollten", schrieb er weiter.

Trump attackiert Demokraten-Vorschlag

Auch US-Präsident Donald Trump hat John Wayne in Schutz genommen. Den Vorstoß von Vertretern der Demokratischen Partei, einen nach dem Schauspieler benannten Flughafen im Bundesstaat Kalifornien umzutaufen, bezeichnete Trump auf Twitter als "unglaubliche Dummheit". Während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 besuchte Trump zusammen mit Waynes Tochter Aissa den Geburtsort des Hollywoodstars im Bundesstaat Iowa. Er selbst bezeichnet sich als "langjährigen Fan" des Western-Darstellers.

John Wayne trat über sechs Jahrzehnte hinweg in mehr als 150 Filmen auf. Zur Filmlegende wurde er als raubeiniger Westernheld. Für den Film "Der Marshall" von 1969 wurde er mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. In seinen Rollen personifizierte der 1979 verstorbene Schauspieler die traditionellen Wertvorstellungen der US-Pionierzeit.

Die Diskussion über Waynes Ansichten über Schwarze wie auch Indianer ist im Zuge der jüngsten Rassismus-Debatten in den USA neu entbrannt. Hintergrund sind die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen rassistische Diskriminierung seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz. Während dieser Proteste kam es auch zu Angriffen auf Denkmäler von Persönlichkeiten, die mit dem historischen Erbe von Sklaverei und Rassismus in Verbindung stehen.

Die US-Demokraten hatten am vergangenen Freitag beantragt, den John Wayne Airport rund 65 Kilometer südöstlich von Los Angeles wieder in Orange County Airport umzubenennen. Der Orange County gab dem schon 1923 eröffneten Flughafen gleich nach dem Tod Waynes den Namen des Schaupsielers. 1982 wurde auch eine 2,70 Meter hohe Statue John Waynes errichtet.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/AFP