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Er gab sich als Flüchtling aus Soldat soll Anschlag geplant haben

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Die Staatsanwaltschaft erklärte: Es gebe bezüglich des Bundeswehrsoldaten Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

(Foto: dpa)

Ein Bundeswehrsoldat soll eine schwere Gewalttat vorbereitet haben. Doch nicht nur das: Bei ihren Ermittlungen stößt die Polizei auf eine Überraschung. Der 28-Jährige hatte sich 2015 als syrischer Flüchtling registrieren lassen - ohne ein Wort Arabisch zu sprechen.

Der Fall klingt überaus kurios: Ein Berufssoldat ist festgenommen worden, weil er laut Staatsanwaltschaft "eine schwere staatsgefährdende Straftat im Sinne eines Anschlags geplant hat". Das Kuriose daran: Der 28-jährige Deutsche hatte sich 2015 als Flüchtling registrieren lassen.

Der Verdächtige stammt aus Offenbach und war zuletzt im französischen Illkirch stationiert. Für einen Lehrgang befand er sich im unterfränkischen Hammelburg, dort ließ die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main den Mann festnehmen.

Der Soldat war den Behörden erstmals Anfang des Jahres in Wien aufgefallen. Dort soll er bereits im Januar 2017 eine geladene Schusswaffe in einer Toilette versteckt haben. Als er sie im Februar abholen wollte, wurde er vorübergehend festgenommen.

Behörden ließen ihn laufen

Die Polizei musste ihn allerdings wieder laufen lassen, denn: Die österreichischen Behörden sahen keine Haftgründe, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem Hessischen Rundfunk. In Österreich wurde also nur wegen unerlaubten Waffenbesitzes gegen den 28-Jährigen ermittelt.

Allerdings wurden dem Mann in Wien Fingerabdrücke abgenommen. Ein Abgleich sorgte schließlich für eine Überraschung: Der Berufssoldat hatte sich im Dezember 2015 in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen mit einem Aliasnamen als syrischer Flüchtling registrieren lassen.

Weitere Nachforschungen der Behörden ergaben laut Bericht der "Welt": Kurz nach seiner Registrierung stellte der 28-Jährige im Januar 2016 in Bayern einen Asylantrag, der dann auch genehmigt wurde. Er bekam ein Zimmer in einer Asylunterkunft zugeteilt und bezog staatliche Leistungen. Der Soldat behauptete zwar, ein Obstverkäufer aus Damaskus zu sein. Allerdings fiel offenbar niemandem auf, dass der Mann kein Arabisch, sondern Französisch sprach.

Kurzum: Offenbar führte der Mann ein Doppelleben. Eine BKA-Sprecherin erklärte: "Nur weil er in Frankreich stationiert war, heißt es nicht, dass er sich täglich dort aufgehalten haben muss. Er konnte sich in der Freizeit frei bewegen."

Verdacht auf Flüchtlinge lenken?

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass es bei dem Verdächtigen Hinweise auf einen "fremdenfeindlichen Hintergrund" gebe. In den Medien kursiert die Theorie, dass der Soldat geplant haben könnte, mit der Schusswaffe schwere Straftaten zu begehen. Aufgrund seiner Fingerabdrücke, die während des Asylverfahrens registriert wurden, wollte er möglicherweise den Verdacht auf Flüchtlinge lenken.

Im Zuge der Ermittlungen wurden bereits am Mittwoch insgesamt 16 Objekte in Deutschland, Österreich und Frankreich durchsucht. Daran waren 90 Polizeibeamte des Bundeskriminalamtes, der hessischen und bayerischen Landespolizeibehörden sowie österreichische und französische Sicherheitsbehörden beteiligt. 

Nach einem Bericht der ARD war ein 24 Jahre alter Student, der ebenfalls aus Offenbach stammt, in die Planung des Anschlags einbezogen. Auch er wurde am Mittwoch festgenommen und soll am Donnerstag dem Haftrichter in Frankfurt vorgeführt werden.

Quelle: n-tv.de, kpi

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