Politik

Waldbrände außer Kontrolle Soldaten sollen im Amazonas löschen

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Militärhubschrauber im Einsatz.

(Foto: dpa)

Die Brände im Amazonas-Regenwald haben sich zu einer unkontrollierbaren Feuerkatastrophe entwickelt. Um der Lage wieder Herr zu werden, entsendet Präsident Bolsonaro nun per Dekret die Armee in das Gebiet. Unterstützung erhält er von prominenter Seite.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die Entsendung von Soldaten zum Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet angeordnet. Bolsonaro erließ ein entsprechendes Dekret, das den Einsatz von Truppen zur Verhinderung und Bestrafung von "Umweltdelikten" und zum Kampf gegen die Flammen regelt. Schwere Waldbrände im Amazonas-Regenwald hatten zuvor weltweit Sorge und Empörung über das Nichteinschreiten der brasilianischen Regierung ausgelöst.

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2019 kam es zu mehr Waldbränden im Amazonas-Regenwald.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bolsonaro kündigte nun an, er werde Soldaten mit der angemessenen Ausrüstung einsetzen, um die Brände im Regenwald zu löschen. Der Regierung sei die Situation sehr bewusst, und sie werde genauso gegen "Umwelt-Kriminalität" vorgehen, wie sie gegen normale Kriminalität vorgehe. Das ungewöhnlich trockene Wetter sei der Grund, warum es in diesem Jahr zu so vielen Bränden komme, sagte er weiter. Das Verbreiten von "Falschinformationen" zur Lage im Norden Brasiliens trage jedoch nicht dazu bei, die Situation zu verbessern.

Das brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE hatte zuvor alarmierende Zahlen und Satellitenbilder von Waldbränden am Amazonas veröffentlicht. Demnach gab es seit Jahresbeginn bereits mehr als 75.000 Waldbrände. Das entspricht einem Zuwachs von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Thematik sorgte weltweit für Aufregung und beschäftigt auch Staatschefs anderer Länder. US-Präsident Donald Trump sprach dem brasilianischen Präsidenten seine Unterstützung aus. Trump schrieb auf Twitter, er habe mit Bolsonaro gesprochen. Die Handelsaussichten beider Länder seien aufregend und die Beziehungen stark, "vielleicht stärker denn je". Trump schrieb weiter, er habe Bolsonaro Hilfe beim Kampf gegen die Brände im Amazonas-Regenwald angeboten. Die USA stünden bereit, Brasilien hier zu unterstützen.

G7 berät über Waldbrände

Kritischer bezüglich Bolsonaros Politik zeigten sich dagegen die europäischen Staaten. So kündigte der französische Präsident Emmanuel Macron an, das jüngst ausgehandelte Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der EU und den vier Mitgliedsländern des südamerikanischen Staatenbunds abzulehnen. Zudem setzte Macron die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald kurzfristig auf die Tagesordnung des an diesem Wochenende in Biarritz stattfindenden G7-Gipfels. Dabei soll insbesondere über die Aufforstung des Amazonas-Regenwaldes und deren Finanzierung gesprochen werden. Zudem will Macron über die Vorbeugung weiterer Brände und über einen Stopp der industriellen Entwaldung beraten.

Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, den Amazonas-Regenwald durch Brandrodungen für Weideflächen zu zerstören oder dies zumindest zu dulden. Der riesige Regenwald gilt als grüne Lunge der Welt und ist für den globalen Klimaschutz von hoher Bedeutung. Bolsonaro machte wiederholt Umweltschutzgruppen für die Waldbrände verantwortlich. Zudem verbat er sich Ratschläge aus dem Ausland. Der rechtspopulistische Präsident ist seit Jahresbeginn im Amt. Seine Regierung hat sich von Anfang an zu einer klar an den USA orientierten Linie bekannt. Bolsonaro hat wegen seiner populistischen und häufig konfrontativen Äußerungen in Medien auch den Beinamen "Tropen-Trump" erhalten und sucht die Nähe zum US-Präsidenten.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/AFP/rts

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