Politik

Unterstützung für Amini-Proteste Hacker veröffentlichen Irans Atom-Geheimnisse

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Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist von Russen gebaut worden. (Archivbild)

(Foto: picture alliance / abaca)

Aus Solidarität mit den landesweiten Protesten stellt eine Hacker-Gruppe Geheiminformationen zu iranischen Atomaktivitäten ins Netz. Auch Pässe der russischen Spezialisten im AKW Buschehr machen die Aktivisten öffentlich. Teheran spielt den Vorfall herunter.

Laut Irans Atomenergieorganisation ist ein E-Mail-Server einer Tochtergesellschaft von einem fremden Land aus gehackt worden. Zudem seien Informationen online veröffentlicht worden, berichteten staatliche Medien. Eine iranische Hacking-Gruppe namens "Black Reward" teilte via Twitter mit, dass sie hinter dem Cyber-Angriff stecke. Sie habe die dabei erbeuteten Informationen über iranische Nuklearaktivitäten veröffentlicht. Die Gruppe erklärte die Aktion zu einem Akt der Unterstützung für Proteste in der Islamischen Republik, die nach dem Tod der Iranerin Mahsa Amini im Gewahrsam der Sittenpolizei im vergangenen Monat begonnen hatten.

Laut "Black Reward" enthalten die veröffentlichten Informationen unter anderem Verwaltungs- und Betriebspläne verschiedener Teile der Atomanlage in Buschehr, Pässe und Visa der dort arbeitenden iranischen und russischen Spezialisten sowie Verträge und Vereinbarungen zu atomaren Entwicklungsplänen mit in- und ausländischen Partnern.

Freilassung von inhaftierten Protestlern gefordert

Der Iran spielte die Bedeutung der veröffentlichten Informationen herunter. Laut staatlichen Medien waren es "technische Nachrichten" sowie Routinesachen. Black Reward hatte in einer am 21. Oktober veröffentlichten Erklärung gedroht, gehackte Informationen innerhalb von 24 Stunden an die Öffentlichkeit zu bringen, wenn die Behörden politische Gefangene und während der Unruhen festgenommene Personen nicht freilassen würden.

Das internationale Atomabkommen, mit dem das iranische Nuklearprogramm begrenzt und Sanktionen gegen das Land gelockert wurden, steht auf der Kippe. Die Europäische Union erwartet derzeit keine Fortschritte bei den Gesprächen mit dem Iran über eine Wiederbelebung des Abkommens. Ausgehandelt wurde es 2015 von den USA, China, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und dem Iran. 2018 hatte jedoch der damalige US-Präsident Donald Trump die Vereinbarung aufgekündigt und US-Sanktionen gegen den Iran wieder eingeführt. Der Iran begann daraufhin seinerseits gegen Verpflichtungen aus dem Abkommen zu verstoßen, was die Wiederbelebung des Abkommens erschwert. Die Regierung in Teheran bestreitet seit jeher, nach Atomwaffen zu streben und erklärt, sie wolle die Atomenergie nur für friedliche Zwecke nutzen.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 23. Oktober 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mau/rts

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