Politik

Diskussion um Reiseplanung Sommerurlaub nur in Deutschland?

Der Sommer scheint noch weit weg zu sein, doch schon in zwei Monaten beginnen in den ersten Bundesländern die Ferien. Wegen des Coronavirus könnte der Urlaub ins Wasser fallen. Doch die Politik scheut klare Aussagen.

Während der bayerische Ministerpräsident Markus Söder immerhin die Planung eines Urlaubs in Deutschland empfahl, zeigte sich sein saarländischer Amtskollege Tobias Hans noch zurückhaltender. "Es ist jetzt zu früh, um über den Sommerurlaub zu debattieren", sagte Hans RTL/ntv. Die bisherigen Erfolge dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden.

"Wir tasten uns ganz vorsichtig voran, wir fahren quasi auf Sicht mit beiden Händen am Lenkrad, und ich glaube, dass auch nur dieses Handeln letztendlich verantwortungsvoll ist", sagte Hans. Dennoch könne sich das Land nicht ewig einsperren. "Wir müssen ja zurückkehren in eine neue Normalität, in eine Normalität mit Corona."

Söder hatte zuvor die Hoffnungen auf Reisen ins Ausland enttäuscht. Urlaub in anderen Ländern sei in diesem Sommer "eher unwahrscheinlich", sagte er am Donnerstag. Wenn es denn erlaubt sei, werde es aber einen Run auf Ziele in Bayern geben.

Am Donnerstag sagte Söder nach einer Sitzung des bayerischen Landeskabinetts, dass er eine "leise Hoffnung" für Restaurant- und Hotelöffnungen zu Pfingsten, also Anfang Juni, hege. Das sei jedoch "keine feststehende Aussicht". Potenzielle Entlastung für Gastronomen und Hotelbetreiber erhofft sich Söder dabei von einem möglichen starken Trend zum Sommerurlaub in Deutschland.

FDP kritisiert widersprüchliche Botschaften

Vor diesem Hintergrund rechne die bayerische Landesregierung für den Fall entsprechender Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Deutschland im Sommer mit einem "ziemlichen Run" auf touristische und gastronomische Angebote innerhalb Bayerns. Momentan sind die Bürger noch aufgefordert, generell auf Reisen zu verzichten. Weltweit besteht eine Reisewarnung. Es ist unklar, wann es zu ersten Lockerungen kommt.

Kanzleramtsminister Helge Braun rät zudem davon ab, Familienfeste wie etwa Hochzeiten für den Sommer zu planen. In der aktuellen Lage sei dies nicht zu empfehlen, sagte er "Bild Live". "Die Gefahr, dass man sie kurzfristig wieder absagen muss, weil das Virus noch den ganzen Sommer über im Land sein wird, ist einfach zu groß." Braun fügte hinzu, eine Familienveranstaltung mit 150 Gästen aus dem ganzen Bundesgebiet sei "aus der Sicht des Infektionsgeschehens momentan auch nicht gut". Die Bundesregierung werde die Lockerungsmaßnahmen aber alle zwei Wochen präzisieren.

Der Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, kritisierte widersprüchliche Botschaften Söders und von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Es könne nicht sein, dass Söder zum Sommerurlaub in Deutschland aufrufe und von der Leyen "erst am Wochenende von der jetzigen Planung des Sommerurlaubs für Juli oder August abgeraten hat, weil niemand wegen Corona derzeit verlässliche Vorhersagen machen könne", sagte Theurer der Nachrichtenagentur AFP. Länder, Bund und EU-Kommission müssten mit einer Stimme sprechen und "klare sowie verlässliche Signale senden".

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Mecklenburg-Vorpommern ist dieses Jahr am 22. Juni das erste Bundesland, das in die Sommerferien startet. Danach folgen am 25. Juni Berlin, Brandenburg und Hamburg sowie am 29. Juni Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Als letztes beginnen die Ferien in Baden-Württemberg am 30. Juli.

Quelle: ntv.de, mli/AFP