Politik

Sieben Kleinparteien holen Sitze Sonneborns Die Partei erhält mehr Mandate

119568179.jpg

Sonneborn und Semsrott freuen sich (innerlich).

(Foto: picture alliance/dpa)

Für die etablierten Parteien mag es ein schlechter Witz sein: Die einst von der "Titanic"-Redaktion gegründete Satirepartei gewinnt zum Sitz von Martin Sonneborn bis zu zwei Mandate hinzu. Die NPD verliert ihren letzten bedeutenden Parlamentssitz.

Fünf Jahre lang hat Martin Sonneborn als EU-Abgeordneter der Satirepartei Die Partei das Europaparlament durch den Kakao gezogen. Vielen Wählern hat das offenbar gefallen: Die Partei vervierfacht trotz gestiegener Wahlbeteiligung ihren Stimmenanteil von 0,6 auf 2,5 Prozent laut infratest dimap. Damit sind ihr zwei Sitze sicher, womöglich reicht es noch für einen dritten. Nach Sonneborn steht der Satiriker Nico Semsrott auf der Liste der Partei. Er kommentierte das Ergebnis auf Twitter mit einem "lol", was für "laughing out loud" ("ich muss laut lachen") steht.

*Datenschutz

Auf Platz drei der Partei steht eine Frau namens Lisa Bombe, die sich dort nach eigenem Bekunden nur wegen ihres Nachnamens befindet. Die Partei habe so darauf aufmerksam machen wollen, dass die EU mehr Rüstungsgüter exportiere als Entwicklungshilfe. In das Europaparlament will sie aber eigentlich nicht einziehen, bekundete sie in einem Interview mit "Vice".

Zweitstärkste Kleinpartei wurden die Freien Wähler, die mit 2,2 Prozent der Stimmen wohl ebenfalls zwei Kandidaten in Straßburg stellen. Der Trend zu Umweltthemen, der den Grünen ihren Sensationserfolg bescherte, brachte auch der ÖDP und der Tierschutzpartei Mandate: Die ÖDP verdoppelte mit 1,6 Prozent der Stimmen ihre Sitzanzahl auf zwei. Die Tierschutzpartei kann mit einem Prozent ebenfalls einen Abgeordneten entsenden.

Die neugegründete Partei Volt, die sich für eine viel stärkere Integration der EU einsetzt, kommt mit 0,8 Prozent ebenfalls auf einen Sitz. Die Piraten, die mit der Abgeordneten Julia Reda zuletzt noch sehr präsent waren in der Urheberrechtsdebatte, halbieren ihr Ergebnis von 2014 und fallen auf 0,7 Prozent. Damit bleibt ihnen ein Sitz. Des Weiteren verteidigte die Familien-Partei ihr eines Mandat.

Die NPD dagegen schrammt mit 0,2 Prozent deutlich an den 0,63-Prozent vorbei, die rechnerisch in etwa für ein Mandat nötig sind. Damit verliert Udo Voigt seinen Sitz. Das letzte wichtige Mandat der Rechtsextremen ist weg und damit auch eine letzte große Geldquelle der schwer angeschlagenen Partei. Die Partei Die Blauen, die mit Frauke Petrys Mann Marcus Pretzell im Parlament präsent war, ist ebenfalls raus. Sie konnte gar nicht erst antreten.

*Datenschutz
*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, shu

Mehr zum Thema