Politik

Gibt es wirklich genug Tests? Spahn: Wir gehen an die Grenze

Am kommenden Montag sollen regelmäßige Schnell- und Selbsttests für alle Bürger die Lockerungen der Corona-Maßnahmen begleiten. In der Bundespressekonferenz versucht Gesundheitsminister Spahn, Bedenken zu zerstreuen, es gebe nicht genug Tests.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern verteidigt und Befürchtungen zurückgewiesen, es könnte in den kommenden Wochen zu einem Engpass bei Schnell- und Selbsttests kommen. Es sei darum gegangen, die richtige Balance zu finden zwischen Normalität und dem Schutz der Gesundheit", sagte Spahn zum neuen Stufenplan. "Nach Monaten des Lockdowns war klar, keine Öffnungsschritte zu wagen, wäre auch nicht verantwortbar gewesen" - obwohl es wieder eine leicht steigende Sieben-Tage-Inzidenz gebe. Die von Bund und Ländern vorgesehenen Öffnungsmöglichkeiten gingen an die Grenze dessen, was verantwortbar sei,

Dass es zu wenig Schnell- und Selbsttests geben könnte, glaubt Spahn nicht. "Von den Schnelltests sind mehr als genug da", sagte der CDU-Politiker bei einem gemeinsamen Auftritt mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Lothar Wieler, dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts in der Bundespressekonferenz.

Auch Selbsttests gebe es genug. "Wir haben sieben zugelassene Hersteller, weitere werden folgen", sagte Spahn. Ein Hersteller habe ihm gesagt, 20 Millionen Stück pro Woche liefern zu können. "Ich biete mich auch gern als Kontaktbörse an", sagte Spahn. Er wolle gern den Ministerpräsidenten einen Kontakt zu den Herstellern vermitteln. Zuletzt war der Minister in die Kritik geraten, weil er eingeräumt hatte, keine Selbsttests bestellt zu haben. Diese sind erst seit Kurzem zugelassen und können von Laien in Eigenregie durchgeführt werden. Schnelltests sind bereits seit Herbst im Einsatz, müssen aber von geschultem Personal abgenommen werden.

Was die Lieferung von Selbsttests beispielsweise an Schulen und Kitas angeht, zeigte sich Spahn zuversichtlich. "Wir sind Logistikweltmeister", so der Minister. "Wenn ein Land sagt, wir haben 1000 Schulen, Adresse ist wie folgt, bitte liefert da jede Woche so und so viele Selbsttests hin, dann kriegt das jeder deutsche Logistiker hin." Spahn kündigte Gespräche mit den Ländern an, um diese Fragen zu klären.

Kostenlose Schnelltests nicht sofort für alle verfügbar

Spahn und Laumann räumten zudem ein, dass nicht gleich am Montag wie überall in Deutschland kostenlose Schnelltests zur Verfügung stehen werden. Bund und Länder hatten am Mittwoch als Teil ihres Stufenplans beschlossen, den Menschen im Land je einen Schnelltest pro Woche zu bezahlen. "Wichtig ist, dass wir ins Tun kommen", sagte Spahn. "Das wird sich in den Tagen nach dem 8. März entwickeln." Es sei wichtig gewesen, dass der Bund die Kosten übernimmt und den rechtlichen Rahmen gesetzt habe. Spahn und Laumann zufolge sollen Apotheken, aber auch kommunale Testzentren die Schnelltests durchführen. Eine zentrale Bestellung sei nicht geplant. Die Einheiten, die Schnelltests benötigten, sollten sie selbst ordern.

Spätestens im April sollen Arztpraxen in die Impfung einsteigen, da es dann mehr Vakzin gebe als in den Impfzentren gespritzt werden könnte. Der Impfstoff soll wie andere Vakzine gegen andere Krankheiten wie Grippe über den Großhandel und die Apotheken an die Mediziner geliefert werden, sagte Spahn. Impfstoff könnte so innerhalb von 24 Stunden in die Praxen kommen - "mit der Logistik, die heute schon steht". Laumann sagte, das sei bislang in Nordrhein-Westfalen nicht erfolgt, weil es nicht genug Impfstoff gegeben habe. Er begrüßte, dass der Astrazeneca-Impfstoff dafür gut geeignet sei.

In einem weiteren Schritt können auch Betriebsärzte die Mitarbeiter in Unternehmen impfen, sagte Spahn. Mehrere große Konzerne hatten dies angeboten. Zunächst solle aber die beschlossene Impfreihenfolge eingehalten werden.

Quelle: ntv.de, vpe

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