Politik

"Party geht erst zuletzt wieder" Spahn verweigert Ja zu Volksfesten

222942907.jpg

Wiesn, Schützenfeste oder Massenpartys stehen noch nicht wieder fest im Herbstprogramm von Gesundheitsminister Spahn.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Inzidenz sinkt und die Hoffnung auf Großveranstaltungen und Volksfeste im Herbst steigt. Während sich die Ministerpräsidenten der Länder nicht auf einen gemeinsamen Rahmen einigen können, bleibt Gesundheitsminister Spahn betont vage: Es sei unmöglich, jetzt zu sagen, was im Herbst geht und was nicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich zurückhaltend zu der Debatte geäußert, ob es wegen der entspannteren Corona-Lage im Herbst wieder Volksfeste geben soll. Er finde es schwer, dies jetzt schon "so rum oder so rum" entscheiden zu können, sagte der CDU-Politiker in Berlin. "Eins haben wir immer gesagt: Das, was als Letztes wieder gehen können wird, ist Party."

Partys, Großveranstaltungen, Feiern, Karneval, Wiesn, Schützenfest seien "leider genau das, wo dieses Virus sich am schnellsten ausbreitet". Es werde auch wieder dazu kommen, dass Menschen sich ausgelassen in den Armen lägen - besonders bei hoher Impfquote und wenn die Lage insgesamt unter Kontrolle sei. "Aber ich traue mir nicht zu, heute zu sagen, dass das im Herbst schon wieder so voll geht", sagte der Minister.

Auch unter den Bundesländern gibt es noch keine Einigung über den Umgang mit Großveranstaltungen. Die Ministerpräsidenten vertagten den Streit und einigten sich am Nachmittag lediglich darauf, dass die Chefs der Staatskanzleien mithilfe einer Arbeitsgruppe einen länderübergreifenden Rahmen erarbeiten und beschließen sollen. Damit war der wohl größte Streitpunkt bei der Ministerpräsidentenkonferenz vorerst abgeräumt.

Schwesig scheitert mit Vorlage

Der Umgang mit Großveranstaltungen hatte zuvor für teils massive Verstimmungen gesorgt. Einige der SPD-regierten Bundesländer hatten Abstimmungsbedarf angemeldet, auch mit Blick auf die anstehende Fußball-Europameisterschaft. Dies lehnten die unionsregierten Länder plus das Grünen-geführte Baden-Württemberg ebenso ab wie das Kanzleramt. Eine Einigung war damit von Anfang an extrem unwahrscheinlich. Laut Angaben aus Teilnehmerkreisen wünscht sich die SPD-Seite etwa grundlegende Rahmenbedingungen für Zuschauer bei Großveranstaltungen in Innenräumen und bei Open-Air-Events, die abhängig von der Inzidenz, der Impfquote und einer verbindlichen Test- und Maskenpflicht sein sollen.

Das SPD-regierte Mecklenburg-Vorpommern hatte demnach eine Vorlage präsentiert, nach der etwa Volksfeste sowie Sportveranstaltungen mit festen Sitzplätzen unter einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von 35 wieder erlaubt werden sollten. Veranstaltungen, bei denen die Anzahl der maximal anwesenden Besucher sowie der Abstand nicht kontrolliert werden könnten, sollten aber bis Ende September nicht erlaubt werden, hatte Mecklenburg-Vorpommerns sozialdemokratische Ministerpräsidentin Manuela Schwesig vorgeschlagen. Der Entwurf hatte aber keine Mehrheit gefunden.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.