Politik

Meister "alternativer Fakten"Spicer, Leavitt, Zacharia - Trump und seine Sprachrohre

16.10.2026, 20:29 Uhr
imageVon Eugen Epp
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Die neue Pressesprecherin des Weißen Hauses ist schon nicht mehr im Amt: Katie Zacharia. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Katie Zacharia hat es vermasselt: Ihre erste Pressekonferenz in dieser Woche ist schneller vorbei als gedacht. Dann folgen Diskussionen über ihren Uni-Abschluss. Postwendend ist sie wieder draußen. Aber sie passt gut in die Reihe der bisherigen Sprecherinnen und Sprecher Trumps.

Der erste Auftritt ging in die Hose: Katie Zacharia, gerade erst ernannte neue Sprecherin von Donald Trump, beendete ihre erste Pressekonferenz nach nicht einmal einer Viertelstunde. In dieser Zeit wirkte sie nervös und verhaspelte sich - an einer Stelle verwechselte sie Trump gar mit ihrem Ehemann.

Zacharia, Mutter von vier Kindern, ist erzkonservativ und loyal gegen Trump. Sie ließ in der Vergangenheit immer wieder eine Nähe zu Verschwörungstheorien erkennen. So verbreitete die frühere Fernsehkommentatorin unter anderem die Falschbehauptung, ein früherer Wahlkampfhelfer von Hillary Clinton sei pädophil. Oder in den Worten ihres Chefs: "Sie hat eine makellose Bilanz der Unterstützung vorzuweisen und ist von Anfang an eine loyale und brillante Unterstützerin gewesen", so Trump bei ihrer Vorstellung.

Doch nach der verkorksten ersten Pressekonferenz kamen weitere Probleme hinzu. So musste sie zugeben, zwar Jura studiert, aber die Anwaltsprüfung nicht bestanden zu haben. Es folgten noch mehr als fragwürdige Aussagen über China. Und schließlich die Entlassung. Trump selbst sagte, er habe ihr nahegelegt, über einen Rücktritt nachzudenken. Doch schnell ist klar: Zacharia wurde gefeuert. Nach gerade mal einer Woche im Amt. Es ist ein neuer Rekord - der in Trumps erste Amtszeit passt, als etwa Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci nur zehn Tage im Weißen Haus arbeitete.

In seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 war Trump bekannt für seinen hohen Verschleiß an Pressesprechern. Seine Rückkehr ins Weiße Haus wurde dagegen von der langen Amtszeit von Karoline Leavitt geprägt - doch diese Stabilität ist nun dahin. Eine Übersicht seiner Sprecherinnen und Sprecher - und was aus ihnen wurde:

Pressesprecher neuen Typs: Sean Spicer

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(Foto: picture alliance / Chris Kleponis/EPA/Pool/Consolidated/dpa)

Donald Trump brachte Spicer als seinen Sprecher mit ins Weiße Haus. Dieser war als langjähriger Sprecher des Republikaner-Gremiums RNC bestens in der Partei vernetzt. Gleich Spicers erste Pressekonferenz wurde zu einem denkwürdigen Ereignis: Er verteidigte die von Trump übertrieben dargestellten Besucherzahlen der Amtseinführung und bestand darauf, es habe sich um das "größte Publikum" gehandelt, das es je bei einer solchen Veranstaltung gegeben habe.

Spicer prägte mit der Ära Trump auch einen neuen Typ des Pressesprechers: einen, der "alternative Fakten" präsentiert, auf Konfrontation mit den Medien geht und selbst zur politischen Figur wird. Nach einem halben Jahr zog er sich zurück, weil er die Ernennung von Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor nicht akzeptieren wollte. Scaramucci war dann auch nur zehn Tage im Amt.

Danach schrieb Sean Spicer ein Buch über seine Amtszeit, trat bei der US-Version von "Let's Dance" auf und moderierte eine politische Talkshow sowie einen Podcast.

Anfang einer politischen Karriere: Sarah Huckabee Sanders

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(Foto: picture alliance / Sipa USA)

Mit Sarah Huckabee Sanders kam Kontinuität in den Briefing Room des Weißen Hauses. Sanders hatte im Präsidentschaftswahlkampf zuerst für ihren Vater Mike Huckabee, später für dessen Konkurrenten Trump gearbeitet. Ihre fast zweijährige Amtszeit als Pressesprecherin verlief ruhiger als die ihres Vorgängers - aber nicht ohne Kontroversen.

Während ihrer Amtszeit entzog das Weiße Haus dem CNN-Journalisten Jim Acosta die Akkreditierung, weil dieser sich bei einer Pressekonferenz nicht das Mikrofon aus der Hand nehmen lassen wollte. Außerdem reduzierte Sanders die Zahl der Presse-Briefings drastisch.

Für sie war das Amt als Trump-Sprecherin der Start in eine eigene Karriere: Sanders wurde 2022 zur Gouverneurin von Arkansas gewählt.

Das Phantom: Stephanie Grisham

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(Foto: picture alliance / newscom)

Stephanie Grisham gehörte dem Wahlkampfteam und später auch dem Übergangsteam von Trump an, das dessen zweite Amtszeit vorbereiten sollte. Als Mitarbeiterin der Presseabteilung stieg sie für neun Monate selbst zur Sprecherin auf.

Dennoch ging Grisham in die Geschichte des Weißen Hauses ein: als erste Pressesprecherin, die keine einzige Pressekonferenz abhielt. Stattdessen genossen konservative Medien bei ihr eine bevorzugte Behandlung und wurden mit Interviews und Informationen versorgt.

Grisham wechselte als Stabsleiterin in das Team von First Lady Melania Trump - und wechselte später die Seiten: 2024 arbeitete sie im Präsidentschaftswahlkampf für Trumps Rivalin Kamala Harris.

Die Unschuldige: Kayleigh McEnany

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(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Harvard-Juristin Kayleigh McEnany arbeitete als Journalistin unter anderem für CNN, später für Trumps Social-Media-Auftritte und die Republikanische Partei. Bei ihrer ersten Pressekonferenz versprach sie den Journalisten, dass sie nie lügen würde. Ob sie dieses Versprechen hielt, darf bezweifelt werden - auch wenn sie am Ende ihrer Amtszeit behauptete, stets die Wahrheit gesagt zu haben.

Zentrale Themen während ihrer neun Monate als Sprecherin waren die Corona-Krise und Trumps Wahlkampf für eine zweite Amtszeit. Nach der verlorenen Wahl verteidigte sie Trumps Thesen über einen Wahlbetrug. Unmittelbar nach ihrer Zeit im Weißen Haus wechselte McEnany als Moderatorin zum Sender Fox News, wo sie immer noch arbeitet.

Trumps loyale Jüngerin: Karoline Leavitt

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(Foto: picture alliance / newscom)

Bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus brachte Trump mit Karoline Leavitt ein junges, neues Gesicht mit. Mit 27 Jahren war sie die jüngste Person in diesem Amt. Mit ihrer Scharfzüngigkeit erlangte sie weltweit Bekanntheit, fragende Journalisten ging sie oft heftig an. Der Vorwurf der Fake News gegen Medien, die nicht vollständig auf Trumps Linie liegen, wurde bei ihr zum Standard. Selbst nahm die Sprecherin es mit der Wahrheit allerdings oft nicht so genau.

Leavitt räumte mit den Traditionen im Washingtoner Pressekorps auf und eröffnete rechtskonservativen Medien sowie rechtsradikalen Influencern mehr Zugänge. Politisch stand sie bei Themen wie dem Irankrieg oder dem Epstein-Skandal stets loyal an der Seite ihres Chefs. Den ultimativen Beweis ihrer Unterstützung erbrachte sie aber noch vor Trumps Wahl zum Präsidenten. Obwohl sie nur drei Tage zuvor ihr erstes Kind geboren hatte, kehrte sie nach dem gescheiterten Attentat auf Trump in Butler sofort an die Arbeit zurück.

Leavitt zog sich nach eigenen Aussagen zurück, um sich mehr auf ihre Familie zu konzentrieren. Mit mehr als anderthalb Jahren als Sprecherin hat sie es an der Seite von Trump länger ausgehalten als manche ihrer Vorgänger. Künftig arbeitet sie für den Sender Fox News als Kommentatorin.

Quelle: ntv.de

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