Politik

Lkw von Verdächtigem gestürmtSprengvorrichtungen an Umspannwerken in Sachsen entdeckt

04.09.2026, 18:38 Uhr
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Die Polizei fahndet weiter mit Hochdruck nach einem Verdächtigen. (Foto: IMAGO/Panama Pictures)

Mehrere Angriffe auf Umspannwerke versetzen die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft. Nun werden auch in Sachsen verdächtige Vorrichtungen entdeckt. Die Ermittler verfolgen eine konkrete Spur - doch der gesuchte Mann bleibt auf der Flucht.

In Sachsen sollten offenbar Anschläge auf Freileitungen an zwei Umspannwerken im Kreis Görlitz verübt werden. Dort wurden Spreng- oder Brandvorrichtungen entdeckt, berichtet die "Bild-Zeitung". Die Umspannwerke liegen in der Nähe des Lausitzer Tagebaugebiets, wo der Konzern LEAG Braunkohle fördert und in den Kraftwerken Jänschwalde und Boxberg verstromt. Eine Polizeisprecherin bestätigt einen laufenden Einsatz.

Die Polizei fahndet derweil weiter mit Hochdruck nach einem Mann, der im Zusammenhang mit den jüngsten Vorfällen in Nordrhein-Westfalen unter Verdacht steht. Die Polizei suche nach einem 48-Jährigen aus dem nordrhein-westfälischen Gevelsberg. Die Beamten stürmten am Freitagnachmittag laut NRW-Innenminister Herbert Reul das Fahrzeug des Verdächtigen. Der Zugriff sei in Niederzier erfolgt, sagte der CDU-Politiker in Düsseldorf. Jetzt sei der Mann vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen. Ob der 48-Jährige etwas mit dem Vorfall in Sachsen zu tun hat, ist bislang nicht bekannt.

Seine Wohnung wurde ebenfalls durchsucht. Dort wurden "sprengstoffverdächtige Gegenstände" entdeckt. Der Mann habe vermutlich auch Bekennerschreiben verfasst. Darin habe er sich zum Kampf gegen fossile Energieträger bekannt. Offenbar handele es sich um einen Einzeltäter, diese Frage sei aber nicht abschließend geklärt. "Nach aktuellem Stand muss man von Klimaextremismus ausgehen", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt im Kontext der jüngsten Vorfälle in Nordrhein-Westfalen. Reul zufolge wird auch ein Zusammenhang mit mutmaßlicher Sabotage am Stromnetz in Brandenburg geprüft.

In Nordrhein-Westfalen hatten Unbekannte am Dienstagabend ein Umspannwerk angegriffen, woraufhin mehrere Blöcke der Kohlekraftwerke von RWE in Niederaußem und Neurath vorübergehend vom Netz mussten. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt hier wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. "Das war Absicht, das war eine Straftat", hatte NRW-Innenminister Reul gesagt: "Wer da rangeht, greift unser Land an."

In Brandenburg hatten Unbekannte am Dienstagmorgen versucht, mit einem Angriff auf ein Umspannwerk nahe dem Kraftwerk Jänschwalde einen großflächigen Stromausfall auszulösen. Nahe des Umspannwerks in Dormagen-Gohr in Nordrhein-Westfalen war es dann am Donnerstagabend zu einem weiteren Sabotageversuch gekommen. RWE zufolge fand die Polizei dort in der Nähe von Stromleitungen des Versorgers Abschusseinrichtungen.

Reul zufolge hat der mutmaßliche Verfasser der Bekennerschreiben auch Namen und Anschrift auf den Briefen vermerkt. Die Ermittler prüften nun, ob der Verfasser wirklich mit den Taten zu tun habe. "Die Lage ist sehr komplex", unterstrich Reul. Wo sich der Verdächtige aufhalte, sei unklar. "Mich würde es nicht wundern, wenn er in Deutschland ist", fügte Reul hinzu.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/rts

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