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Nach Amtsantritt von Trump Steinmeier sieht "Ende der alten Welt"

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(Foto: AP)

Nach der Wahl von Trump sind viele deutsche Politiker besorgt. Außenminister Steinmeier glaubt, dass die Welt sich nun auf "unruhige Zeiten" einstellen muss. Es stehe viel auf dem Spiel.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sieht in der Präsidentschaft von Donald Trump in den USA eine historische Zäsur. "Mit der Wahl Donald Trumps ist die alte Welt des 20. Jahrhunderts endgültig vorüber", sagte Steinmeier der "Bild am Sonntag". Welche Ordnungsvorstellungen sich nun stattdessen durchsetzen würden, sei "völlig offen". Auf jeden Fall müsse sich die Welt nun auf "unruhige Zeiten" einstellen.

Steinmeier wies darauf hin, dass bei Machtwechseln "Ungewissheiten, Zweifel und Fragezeichen über den Kurs der neuen Führung" an sich etwas Normales seien. "Aber in diesen Zeiten einer neuen globalen Unordnung geht es um mehr, heute steht besonders viel auf dem Spiel", fügte er hinzu.

Zugleich kündigte der Minister an, die Bundesregierung werde nun mit der US-Regierung "das Gespräch suchen", um "der neuen Administration unsere Haltung, unsere Werte und Interessen zu erläutern". Dabei gehe es um eine "neu zu festigende Partnerschaft auf Augenhöhe". Er setze aber darauf, "dass wir in Washington aufmerksame Zuhörer finden, die wissen, dass auch große Länder Partner brauchen in dieser Welt", so Steinmeier weiter.

Oppermann: Nationalistische Rede

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann kritisierte scharf Trumps Antrittsrede: "Ich fand die nationalistische Antrittsrede des neuen Präsidenten abstoßend", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". Deutschland und Europa müssten nun sehr genau darauf achten, dass ihre Interessen auch unter den neuen Machtverhältnissen in den USA gewahrt blieben.

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) äußerte sich in der "BamS" allerdings zuversichtlich, dass es Trump nicht gelingen werde, eine Wende in der Klimapolitik zu vollziehen. Wenn nötig müsse Europa aber künftig beim Klimaschutz "zusammen mit China nach vorne preschen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Samstag die USA zur Einhaltung internationaler Regeln und einem respektvollen Umgang miteinander aufgefordert. Am besten sei es für alle, wenn es ein "regelbasiertes, auf gemeinsamen Werten beruhendes, gemeinsames Agieren" gebe, sagte Merkel. Dies gelte etwa für die internationale Wirtschafts- und Handelsordnung. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel warnte davor, Trump zu unterschätzen und sprach von "hoch nationalistischen Tönen", die dieser in seiner Antrittsrede benutzt habe.

Trump war am Freitag als 45. Präsident der USA vereidigt worden. In seiner Antrittsrede kündigte er an, bei all seinen Entscheidungen stets die Interessen der USA voranzustellen.

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP

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