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Haus der Wannsee-Konferenz Streit um Flüchtlinge - Gedenkstätte reagiert

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Die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv)

Auf der Wannsee-Konferenz verständigen sich die Nazis 1942 auf den millionenfachen Mord an den Juden Europas. Eine neue Ausstellung stellt nun umstrittene Bezüge zur Flüchtlingsfrage unserer Zeit her - die Kritik daran hat Folgen.

Nach kritischen Nachfragen und internen Debatten hat die Gedenkstätte zur Wannsee-Konferenz in Berlin einen Teil ihrer neuen Dauerausstellung geändert. Eine Station, bei der die Besucher aufgefordert werden, über Lehren aus der Verfolgung der Juden nachzudenken, werde in dieser Form nicht in Betrieb genommen, sagte der Direktor der Gedenkstätte, Hans-Christian Jasch.

An der Station mit einem Video-Monitor wurden Bilder etwa mit einer Verbotstafel für junge, männliche Flüchtlinge vor einem Schwimmbad aus dem Sommer 2016 in Bezug zur Vertreibung der Juden aus dem öffentlichen Leben gesetzt. Die Zeichnung des Publikumsandrangs vor einem Laden für Billigkleidung wiederum wurde mit dem Verkauf von Besitz deportierter Juden in der NS-Zeit verbunden.

Die Absicht sei, damit eine Debatte über Zuschauen und Wegsehen anzustoßen und keine Vergleiche zu ziehen, hatte die stellvertretende Direktorin Elke Gryglewski noch am Donnerstag gesagt. Sollten Missverständnisse aufkommen, wolle die Ausstellung auf solche Beispiele verzichten.

Die Ausstellung über das Treffen von 15 Vertretern aus Ministerien und dem NS-Machtapparat am 20. Januar 1942 zur Organisation des Holocaust wird an diesem Sonntag im Haus der Wannsee-Konferenz eröffnet.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa