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Dienstag, 31. Oktober 2017

Festnahme in Schwerin: Syrer soll Sprengstoffanschlag geplant haben

Bereits seit Juli soll ein Syrer einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben. Dazu beschafft er sich Bauteile und Chemikalien. Nun schlagen die Behörden zu.

Spezialkräfte der Polizei haben in Schwerin einen Syrer wegen des Verdachts auf Vorbereitung eines islamistisch motivierten Bombenanschlags festgenommen. Der 19-Jährige soll laut Bundesanwaltschaft in Karlsruhe seit Juli einen Bombenanschlag mit hochexplosivem Sprengstoff in Deutschland geplant und bereits konkret vorbereitet haben.

Sein Ziel sei es gewesen, dabei möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzen, teilte die Behörde mit. Sowohl in Schwerin wie auch in Hamburg gab es im Zusammenhang mit der Festnahme Durchsuchungen. Weitere Angaben zur Identität des Festgenommenen gab es zunächst nicht.

Spezialkräfte der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes und der Schweriner Landespolizei hätten den Verdächtigen gegen 6 Uhr morgens in einer Plattenbausiedlung im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf festgenommen. Dort seien insgesamt drei nahe beieinander gelegene Wohnungen durchsucht worden.

In den Wohnungen hielten sich nach Angaben des Polizeisprechers mehrere Personen auf. Weitere Menschen seien aber nicht festgenommen worden. Es bestehe keine akute Bedrohung für die Bevölkerung, betonte der Sprecher.

Viele Fragen noch offen

Im Juli habe der Syrer mit der Beschaffung von Bauteilen und Chemikalien begonnen, die für die Herstellung eines Sprengsatzes benötigt werden. Ob er bereits ein konkretes Ziel für seinen Sprengstoffanschlag ins Auge gefasst hatte, war nach Angaben der Bundesanwaltschaft zunächst unklar. Hinweise auf eine Einbindung des Beschuldigten in eine terroristische Vereinigung hatte die Bundesanwaltschaft zunächst nicht.

Deutschland und andere europäische Länder wurden schon wiederholt Ziel islamistischer Anschläge. Den schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland gab es am 19. Dezember 2016 in Berlin. Der Tunesier Anis Amri raste mit einem Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt und tötete insgesamt zwölf Menschen.

Sprengstoff kam zum Einsatz, als sich im Juli 2016 im bayerischen Ansbach ein 27-jähriger syrischer Flüchtling auf einem Platz vor einem Musikfestival in die Luft sprengte. Der Attentäter starb, 15 Menschen wurden verletzt. Immer wieder gelingt es den Behörden aber auch, Verdächtige festzunehmen. So zuletzt am Mittwoch vergangener Woche in Berlin, wo ein 40-Jähriger, den die Ermittlungsbehörden der Islamistenszene zurechnen, festgenommen wurde.

Quelle: n-tv.de

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