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Jetzt auch die Union dafür Tabakwerbung steht vor dem Aus

Zigarettenkippen liegen in einem Aschenbecher. Foto: Stephan Jansen/dpa

Zigarettenkippen liegen in einem Aschenbecher. Foto: Stephan Jansen/dpa

(Foto: Stephan Jansen/dpa)

Lange Zeit tat sich die CDU schwer mit dem Thema, nun kommt Bewegung in die Diskussion um die Tabakwerbung. Mehrere CDU-Minister unterstützen ein Werbeverbot. Die FDP ist skeptisch.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürwortet ein umfassendes Verbot der Tabakwerbung in Deutschland. "Jedes Jahr sterben bei uns über 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Deswegen sollten wir vor Tabak warnen und nicht dafür werben", sagte der CDU-Politiker. "Jeder junge Mensch, den wir so vor einer 'Raucherkarriere' bewahren, ist ein umfassendes Tabakwerbeverbot wert", so Spahn. Rauchen sei eine der Hauptursachen für Krebs.

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Soll Rauchen auf dem Balkon verboten werden?

"Egal ob Filter- oder E-Zigarette: Nikotinhaltige Produkte sollten nicht beworben werden dürfen. Weder im Kino noch auf Plakaten", pflichtete auch Bundesernährungsministerin Julia Klöckner bei. Die CDU-Ministerin ist auch für gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständig.

In der Großen Koalition deutet sich nach jahrelangem Ringen eine gemeinsame Linie bei weiteren Werbebeschränkungen an. Die SPD ist schon lange dafür. Die Unionsfraktion will noch heute ein Papier abstimmen, das zeitlich gestaffelte Verbote für die Plakatwerbung vorsieht. Geplant ist demnach für klassische Tabakprodukte ein Verbot ab 1. Januar 2022. Für Tabakerhitzer soll ein Außenwerbeverbot ab 1. Januar 2023 greifen, für E-Zigaretten ab 1. Januar 2024.

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Aus der FDP kommt Kritik an weitgehenden Werbeverboten für Tabak und E-Zigaretten. Dies entpuppe sich als "bevormundende Symbolpolitik mit falschen Nebenwirkungen", sagte FDP-Fraktionsvize Frank Sitta. Die Zahl minderjähriger Raucher sei signifikant zurückgegangen. Ein komplettes Werbeverbot erschwere zudem "risikoärmeren Innovationen" den Zugang zum Markt.

Quelle: ntv.de, tar/dpa