Politik

Schockierende Bilder aus Kabul Taliban schlagen Journalisten mit Peitschen

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Mitglieder der Taliban in der afghanischen Hauptstadt Kabul.

(Foto: AP)

Auf dem Foto, das der Herausgeber einer afghanischen Zeitung veröffentlicht, ist ein mit Striemen überzogener Rücken zu sehen. Die Taliban sollen mehrere Journalisten verletzt haben, ein Video dokumentiert deren Rückkehr in die Redaktion. Auch ein US-Reporter berichtet von seinen Erfahrungen.

Die militant-islamistischen Taliban haben mindestens zwei Journalisten in der afghanischen Hauptstadt schwer körperlich misshandelt. Im Gesicht und am Kopf von zwei Mitarbeitern der bekannten Tageszeitung "Etilatrus" seien Dutzende Abdrücke von Kabeln und Peitschen zu sehen, schrieb der Herausgeber von "Etilatrus", Saki Darjabai, auf Twitter. Man habe die Kollegen schwach und in einem Zustand der Lethargie ins Büro gebracht. Er teilte zudem ein Bild, auf dem ein Rücken mit schweren Verletzungen zu sehen ist und kommentierte es mit den Worten: "Das ist nur ein kleiner Teil dessen, was Taliban Journalisten von Etilatrus antaten."

Auf einem Video ist zu sehen, dass ein Journalist nicht mehr selbst laufen kann, auf einem anderen ein weiterer, der zwar alleine steht, aber kaum sprechen kann. Rund zwei Stunden davor hatte Darjabi auf Twitter mitgeteilt, dass fünf seiner Mitarbeiter, darunter der Chefredakteur, von den Taliban festgenommen worden seien, als sie in den nebeneinander liegenden Stadtteilen Pul-e Sorch und Kart-e Tschar über einen Frauenprotest berichten wollten.

Die größten lokalen TV-Sender haben offensichtlich bereits die Berichterstattung über die seit drei Tagen infolge andauernden Proteste in Kabul eingestellt. Am Dienstag hatten die Taliban eine Gruppe von Reportern und Kameraleuten für mehrere Stunden festgenommen, nachdem sie über den Protest in Kabul berichtet hatten. Die Journalisten äußerten sich nicht öffentlich dazu, was während ihrer Festnahme passiert war.

Auch US-Journalist berichtet von Gewalt

Zudem schrieb ein Reporter der "Los Angeles Times" auf Twitter, er und sein Fotograf seien von der Taliban herumgeschubst worden, als sie versuchten, über einen Frauenprotest in Kabul zu berichten. Man habe auch versucht, Aufnahmen löschen zu lassen. Die Taliban äußerten sich bisher nicht zu den Vorfällen.

"Die Verkündung einer Übergangsregierung ohne Beteiligung anderer Gruppen und die gestrige Gewalt gegen Demonstrantinnen und Journalisten in Kabul sind nicht die Signale, die (...) optimistisch stimmen", teilte Bundesaußenminister Heiko Maas vor einem Treffen mit seinem US-Kollegen Antony Blinken und einer Konferenzschaltung mit 20 Außenministern mit. Das Engagement des Westens werde aber vom Verhalten der Taliban abhängen.

Die Taliban hatten die Rückkehr der Diplomaten nach Kabul und die Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit gefordert. Die USA zeigten sich besorgt über einzelne Mitglieder der Übergangsregierung der Taliban sowie deren Werdegang und Vorgeschichte.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/rts

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