Politik

"Möchten einen Beitrag leisten"Tausende Zivilisten wollen in die Reserve der Bundeswehr

15.09.2026, 16:56 Uhr
00:00 / 02:32
288998351
Im "Ausbildungsprogramm für Ungediente" können Bürger zu Reservisten werden und anschließend für die Heimatschützer-Streitkräfte dienen. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Bundeswehr erhält nach eigenen Angaben viele Initiativbewerbungen für die "Ausbildung Ungedienter". Die Bewerber kommen nicht für eine aktive Laufbahn infrage, können aber zu Reservisten werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung sollen sie im Heimatschutz dienen.

Die Bundeswehr rechnet mit einer steigenden Anzahl an Reservisten, die zuvor nicht als Soldaten gedient haben. "Wir haben 200.000 Reservisten zu stellen, das ist die politische Vorgabe", sagte der Leiter des Kompetenzzentrums Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr, Florian Kracht, am Rande einer Truppenübung in Baumholder in Rheinland-Pfalz. "Die Ausbildung Ungedienter ist ein Beitrag dazu."

Normalerweise sind Reservisten alle ehemaligen Soldaten, die für die Bundeswehr gedient haben. Bei den sogenannten Ungedienten handele es sich um "interessierte Bürgerinnen und Bürger, die nicht mehr für die aktive Laufbahn zur Verfügung stehen, aber Interesse daran haben, einen Beitrag zu leisten zur Landes- und Bündnisverteidigung und sich für die Bundeswehr einzusetzen", sagte Kracht.

Diese Ausbildung außerhalb des Wehrdienstes gibt es nach Angaben der Bundeswehr seit 2018. Seither haben sich demnach rund 1300 Männer und Frauen ausbilden lassen.

Die Motivation dahinter falle unterschiedlich aus: Teils geht es dem Oberst zufolge darum, für die Verteidigung des Landes einzustehen, ihre Heimat und ihre Angehörigen zu schützen oder andere persönliche Gründe. "Im Moment sind wir bei 6000 Interessierten, die initiativ auf uns zukommen und sagen, ich möchte hier gern meinen Beitrag leisten", sagte Kracht. Die Ausbildungsplätze seien 2025 verdoppelt worden.

Die Ausbildung umfasst den Angaben zufolge 300 Stunden. Am Ende steht die Qualifikation als Heimatschützer-Streitkräfte in Aussicht, sie sind dann Reservisten und nicht mehr Ungediente, wie Kracht erklärte. Eingesetzt werden sie dann typischerweise im Inland in den Heimatschutzverbänden der Streitkräfte. "Da werden sie eingesetzt zur Sicherung von Liegenschaften, von Flugplätzen beispielsweise bei der Luftwaffe, von Hafenanlagen bei der Marine, können einfache Bewachungsaufgaben übernehmen von Liegenschaften wie auch Munitionsdepots", sagte Kracht.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

BundeswehrDeutschland