Politik

CO₂-Einsparung unterschätzt Tempolimit würde Klima mehr schützen als gedacht

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Seit Jahren fordern Klimaschützer eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen, um Emissionen einzusparen.

(Foto: IMAGO/Manfred Segerer)

Kaum ein Thema ist in Deutschland so umstritten wie die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen. Eine neue Studie des Umweltbundesamts unterstreicht nun die Argumente der Befürworter, die von einer hohen CO₂-Einsparung auf Straßen sprechen.

Eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) geht davon aus, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen mehr klimaschädliches Kohlendioxid einsparen würde als bisher von der Behörde selbst angenommen. Die Modellierungen zeigen, dass die Begrenzung von 120 Kilometern pro Stunde demnach 6,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr einsparen würde.

Eine frühere UBA-Untersuchung hatte die Reduktion im Jahr 2020 noch auf lediglich 2,6 Millionen Tonnen beziffert. Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ging von einer Einsparung von zwei bis drei Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus. Die aktuelle UBA-Studie geht nun davon aus, dass die CO₂-Emissionen im Straßenverkehr durch das Tempolimit um 4,2 Prozent sinken würden.

Zuletzt sind Befürworter einer Geschwindigkeitsbegrenzung sogar mit einer Verfassungsklage vor Gericht gescheitert. Als Begründung gaben die Richter an, es sei nicht ausreichend erwiesen, dass ein Tempolimit für das Erreichen der Klimaziele notwendig sei.

Forscher erklären unterschiedliche Ergebnisse der Studie

Die Beschwerdeführer hatten hier argumentiert, der Gesetzgeber habe beim Tempolimit "keine den verfassungsrechtlichen Anforderungen entsprechende Abwägungsentscheidung getroffen". Durch Geschwindigkeitsbegrenzungen könnten sofort erhebliche Mengen Kohlendioxid eingespart werden. Ohne diese Maßnahme drohten bis 2030 noch viel drastischere Freiheitseinbußen.

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Die Unterschiede zwischen der Studie von 2020 und der neuen erklären die vom UBA beauftragten Forscher von den Universitäten in Stuttgart und Graz mit einem Mix an Faktoren, berichtet der "Spiegel". Zum einen gehe es um Methodik, weil in der alten Studie andere Emissionsfaktoren verwendet wurden.

Zum anderen spielen aber auch bestimmte Verhaltensmuster der Autofahrer eine wichtigere Rolle als bisher vermutet, schreiben die Forscher. Demnach würde ein Tempolimit Autobahnen unattraktiver machen im Vergleich zu Landstraßen. "Es wird direkter gefahren, da die Nutzung der Autobahn meist mit längeren Umwegen verbunden ist", heißt es in der Studie.

Quelle: ntv.de, vmi/AFP

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