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Sie tarnten sich als Flüchtlinge Terror-Verdächtige in Salzburg verhaftet

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Der Bahnhof Berlin-Schönefeld im Oktober: Flüchtlinge aus dem österreichischen Salzburg kommen in Deutschland an.

dpa

Gemeinsam mit den Attentätern von Paris sollen zwei Franzosen vor Monaten aus dem Nahen Osten nach Österreich eingereist sein. Die Polizei verhaftet sie in einem Flüchtlingsheim. Der Verdacht: Die beiden wollten weitere Anschläge in Europa verüben.

Die österreichische Polizei hat zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verhaftet. Wie die Staatsanwaltschaft in Salzburg mitteilte, wurden die beiden Männer bereits am Wochenende in einer Flüchtlingsunterkunft festgenommen. Gegen sie werde wegen des "Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" ermittelt. Auch Hinweise auf eine mögliche Verbindung zu den Anschlägen in Paris würden derzeit geprüft. Die beiden sitzen in Untersuchungshaft.

Wie die österreichische "Kronen Zeitung" ohne Nennung von Quellen berichtet, handelt es sich bei den beiden Festgenommenen um französische Staatsangehörige, die sich als Flüchtlinge ausgegeben haben sollen. Sie seien im Oktober gemeinsam jenen IS-Anhängern nach Österreich eingereist, die am 13. November die Anschläge in Paris verübt haben. Mit gefälschten syrischen Pässen seien sie über Griechenland und den Balkan ins Land gekommen.

Die Informationen, die zur Festnahme der beiden Verdächtigen geführt hätten, seien von einem ausländischen Geheimdienst gekommen, berichtete das Blatt weiter. Die beiden Verdächtigen hätten algerische und pakistanische Wurzeln. In Salzburg sollen sie auf Anweisungen zu weiteren Anschlägen gewartet haben. Nähere Angaben könnten laut den Behörden nicht gemacht werden. Der Fall werde als "Verschlusssache" behandelt.

Wollten sie Anschläge in Europa verüben?

Die beiden Männer sollen nun von Geheimdienstexperten verhört werden. Es sei noch völlig unklar, ob die beiden von Salzburg aus Anschläge in Europa begehen sollten, sagte Christian Pilnacek, hochrangiger Mitarbeiter des Justizministeriums, dem ORF. "Terror ist dafür ein zu starker Begriff. Ermittelt wird wegen möglicher Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung", sagte Pilnacek. "Es ist - wie sehr oft - ein Puzzle, das es schrittweise zu vervollständigen gilt."

Beim schwersten Anschlag in der Geschichte Frankreichs hatten Islamisten am 13. November bei nahezu zeitgleichen Attacken auf die Konzerthalle Bataclan, eine Reihe von Bars und Restaurants sowie das Fußballstadion Stade de France 130 Menschen getötet und rund 350 weitere verletzt. Zu dem Anschlag hatte sich der Islamische Staat bekannt.

Drei der neun Paris-Attentäter sind bislang noch nicht identifiziert, darunter zwei der drei Selbstmordattentäter, die sich vor dem Stade de France in die Luft sprengten. Sie sollen gefälschte Pässe genutzt haben, um nach Europa einzureisen.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/AFP/rts

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