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Autobombe vor Polizeistation Terrorist tötet 14 Menschen in Kabul

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Ein verletzter Mann wird nach dem Anschlag in Kabul ins Krankenhaus gebracht.

(Foto: REUTERS)

In der afghanischen Hauptstadt verlieren mindestens 14 Menschen ihr Leben, mehr als 140 Personen werden verletzt. Es ist nicht der erste verheerende Anschlag in den vergangenen Wochen. Vor den Präsidentschaftswahlen im September ist die Lage im Land angespannt wie seit Jahren nicht.

Bei dem Autobomben-Anschlag in Kabul sind nach Angaben der afghanischen Regierung mindestens 14 Menschen getötet und 145 weitere verletzt worden. Wie das Innenministerium mitteilte, handelt es sich bei den Toten und Verletzten überwiegend um Zivilisten. Zu der Bluttat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Unter den Todesopfern seien zehn Zivilisten und vier Polizisten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Unter den Verletzten befänden sich 92 Zivilisten.

Nach Angaben der Taliban wurde der Anschlag von einem Selbstmordattentäter verübt. Die Explosion sandte eine gewaltige Rauchwolke in den Himmel über Kabul. Die Detonation ließ bis in weite Entfernung die Fenster von Geschäften bersten, wie Augenzeugen berichteten.

Die Taliban führen derzeit Friedensgespräche mit der US-Regierung. Zugleich haben sie aber die Bevölkerung zu einem Boykott der für Ende September angesetzten Präsidentenwahlen aufgerufen. Auch riefen sie in einer Erklärung am Dienstag zu Gewaltakten gegen den geplanten Urnengang auf.

Im Juli mehr als 1500 Tote und Verletzte

Afghanistan wird bereits seit Wochen von einer Welle der politischen Gewalt getroffen, durch die Dutzende von Menschen getötet wurden. Erst in der Nacht zu Mittwoch waren mehrere Explosionen und wiederkehrende Schusswechsel im Zentrum und Norden Kabuls zu hören gewesen. Ein Sprecher des Geheimdienstes NDS teilte mit, dass Spezialeinheiten des Geheimdienstes mehrere Einsätze gegen Terroristen in verschiedenen Gebieten Kabuls durchgeführt hätten.

Eine Operation sei abgeschlossen, zwei weitere würden andauern. "Das größte feindliche Versteck wurde während der Operationen zerstört", hieß es. Allerdings gab es keine Angaben, ob Verstecke der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder der Taliban angegriffen wurden.

Insgesamt wurden im politischen Konflikt in Afghanistan im Juli nach UN-Angaben mehr als 1500 Zivilisten getötet oder verletzt. Es handelt sich um die schlimmste Monatsbilanz der politischen Gewalt in dem Land seit Mai 2017.

Quelle: n-tv.de, pvt/AFP/dpa

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