Politik

Gemeinsamkeiten mit NSDAP?Thüringens Verfassungsschutzchef: AfD-Verbotsverfahren möglich

20.08.2026, 11:38 Uhr
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Unter anderem in Thüringen wird die AfD als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. (Foto: picture alliance / dpa)

In mehreren Bereichen unterscheide sich die AfD nicht mehr von der nationalsozialistischen NSDAP, sagt Thüringens Verfassungsschutzpräsident Kramer - und spricht sich für ein Parteiverbotsverfahren aus. Bestimmte Argumente gegen ein solches Vorgehen lässt er nicht gelten.

Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer hält die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens für geboten. Die Voraussetzungen dafür seien aus seiner Sicht gegeben, sagte Kramer im Deutschlandfunk. Die Partei sei bereits in mehreren Bundesländern als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Er sehe in bestimmten Bereichen, was "Sprachbilder, Feindbilder und die völkischen Vorstellungen angeht", auch "keine Unterschiede" mehr zur nationalsozialistischen NSDAP.

Auch das Argument, eine Partei, die bei der letzten Bundestagswahl zehn Millionen Stimmen bekommen habe oder nun in Sachsen-Anhalt in Umfragen bei 40 Prozent liege, könne nicht verboten werden, ziehe nicht, sagte Kramer. "Das alles darf keine Begründung und Rechtfertigung dafür sein, Faschisten, die nach der Macht greifen, wieder in politische Ämter zu wählen." Und die Mütter und Väter des Grundgesetzes hätten "genau dieses Parteienverbot als Ultima Ratio, wenn alle anderen Mittel nicht mehr helfen, sehr wohl vorgesehen".

Es sei aber auch klar, dass ein Verbotsverfahren "über Nacht nicht die Geisteshaltung der Menschen ändern wird", betonte Kramer, dessen Behörde die AfD 2021 als erstes Landesverfassungsamt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft hatte. Es sei aber "ein Stoppschild, das nochmal sehr deutlich zeigt, wie gefährlich die Situation, in der wir uns momentan befinden, für unsere Demokratie ist".

Diese Woche hatte bereits die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, die AfD mit der nationalsozialistischen NSDAP verglichen und für die Prüfung eines Parteiverbots plädiert. Diese Äußerung sei "ganz wichtig" gewesen, sagte Kramer. Denn von den Menschen, die derzeit die AfD wählen wollen, seien "nicht alle Rechtsextremisten oder Nationalsozialisten". Der Aufruf Knoblochs könne deshalb dazu dienen, "vielleicht doch noch einige von denen zum Aufwachen zu bewegen".

Quelle: ntv.de, lar/AFP

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