Instrument für Terroristen?Top-Republikaner warnt vor öffentlicher Erschießung

Pete Hegseth will die Erschießung des Terroristen Nidal Hasan per Livestream übertragen lassen. Dafür bekommt er nicht nur von den Demokraten Gegenwind. Auch der Sprecher des Repräsentantenhauses hält das für einen Schritt mit womöglich gravierenden Folgen.
Der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses Mike Johnson hat die US-Regierung vor einer per Livestream übertragenen öffentlichen Hinrichtung eines verurteilten Terroristen gewarnt. "Die Sorge wäre, dass man ein Video produzieren würde, das als Rekrutierungsinstrument für zukünftige Terroristen dienen könnte", sagte Johnson dem TV-Sender CBS. "Wir müssen die politischen Auswirkungen all dessen gründlich durchdenken."
Er selbst wolle sich die Hinrichtung, sollte sie übertragen werden, keinesfalls ansehen. "Es gibt Kollegen, die Bedenken haben", sagte er über weitere Abgeordnete im Repräsentantenhaus.
Am Freitag hatte US-Vizepräsident JD Vance bereits erklärt, er werde sich die geplante Hinrichtung nicht ansehen. Er gab sich auch skeptisch, ob diese tatsächlich ausgestrahlt werde.
Erzbischof: Katholische Soldaten sollten nicht teilnehmen
Der katholische Erzbischof Timothy Broglio forderte zudem katholische Soldaten auf, nicht an der öffentlichen Hinrichtung teilzunehmen. Broglio ist als Seelsorger für die katholischen Angehörigen der US-Streitkräfte zuständig. "Wollen wir wirklich den Terroristen dieser Welt nacheifern und die barbarische Tötung unserer Gegner öffentlich zur Schau stellen? Das von Nidal Malik Hasan begangene Verbrechen war abscheulich, aber dient es irgendeinem Zweck, die Öffentlichkeit Zeuge seiner Hinrichtung werden zu lassen?", erklärte der Geistliche.
Falls katholische Soldaten aufgefordert werden, an der Hinrichtung teilzunehmen, sollten sie sich davon entbinden lassen, so Broglio. Eine solche Aufgabe widerspreche der Lehre der katholischen Kirche. Mit seiner Stellungnahme schloss sich der Erzbischof weiteren Kirchenvertretern an, die sich gegen die Todesstrafe und die geplante Übertragung der Hinrichtung ausgesprochen hatten.
Der selbst ernannte "Kriegsminister" Hegseth hatte angekündigt, die Hinrichtung des verurteilten Attentäters Nidal Hasan durch ein militärisches Erschießungskommando live zu übertragen. Hasan war 2013 zum Tode verurteilt worden, weil er auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas 13 Menschen erschossen und rund 30 weitere verletzt hatte. Hasan wäre der erste Mensch seit 1945, der durch ein Erschießungskommando des US-Militärs hingerichtet wird. Die Hinrichtung ist derzeit für den 3. Dezember angesetzt.
