Politik

Krisentalk bei Markus Lanz Trittin wünscht Union schnelle Erholung

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Wüsste nicht, wen er in der Union anrufen sollte: Jürgen Trittin.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Er hat die Abgeordnetenhauswahlen in Berlin verloren. Doch an Rücktritt denkt der Berliner CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner trotzdem nicht. Wegner gehört gemeinsam mit Grünenpolitiker Jürgen Trittin zu den Gästen bei Markus Lanz.

Während SPD, Grüne und FDP weiter über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen diskutieren, verhandeln Politiker der CDU über die Zukunft - die eigene und die der Partei. Im Moment geht es darum, ob die Basis bei der Wahl eines neuen Vorsitzenden einbezogen werden sollte. Berlins CDU-Chef Kai Wegner hält das für richtig, wie er bei Markus Lanz im ZDF betont.

"Wir haben eine Menge zu tun"

Die CDU sei jetzt in einem Diskussionsprozess, sagt Wegner. Es gehe zurzeit nicht um Macht. Dazu fehle der Union jede Chance. Die CDU müsse darum kämpfen, bald wieder eine Volkspartei zu sein, eine Partei ohne Klientelpolitik, die die unterschiedlichen Gesellschaftsmilieus widerspiegele, so der Politiker.

Einen Teil der Schuld für das schlechte Abschneiden der Union bei der Bundestagwahl sieht Wegner bei der CSU. "Die Union war immer dann stark, wenn CDU und CSU gemeinsam agiert haben." Die Ausfälle von CSU-Chef Markus Söder seien nicht hilfreich gewesen. "Da wurden eine Reihe von Fehlern gemacht, die dazu geführt haben, dass die Menschen uns das Vertrauen entzogen haben." Wie die CSU jetzt handelt, findet Wegner gut. Auch dass Armin Laschet noch nicht vom Vorsitz seiner Partei zurückgetreten sei, respektiere er. Immerhin wolle er nicht erneut für das Amt kandidieren. Allerdings mahnt Wegner, es sei wichtig, auch auf die Basis zu hören.

Zu seiner eigenen Zukunft befragt, erklärt er, auch er denke nicht an Rücktritt.

"Wüsste nicht, mit wem ich in der Union sprechen soll"

Die Führungslosigkeit der Union ist für Jürgen Trittin von den Grünen ein Problem. Er glaubt zwar nicht an ein Scheitern der Ampelgespräche, aber wenn doch, dann "wüsste ich nicht, wen ich bei der Union jetzt anrufen sollte". CDU-Chef Armin Laschet wolle zwar den Weg in die Zukunft der CDU moderieren, doch für Trittin reicht das nicht aus. Wichtig sei jetzt, dass sich die Union finde, sagt Trittin. "Deutschland braucht eine konservative Volkspartei." Von dieser Bezeichnung sei die Union aktuell sehr weit entfernt. "Es liegt im Interesse aller Parteien, dass die Union diese Krise schnell überwindet", sagt Trittin. Das traue er der CDU alleine auch zu, so der Grünenpolitiker. Bei der Union "als Ganzes" hält er das jedoch für schwierig.

Quelle: ntv.de

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