Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Union stagniert bei schwachen 20 Prozent

Der Vorsprung der SPD auf die Union verfestigt sich: Erneut liegen die Sozialdemokraten im RTL/ntv-Trendbarometer sechs Prozentpunkte vor CDU und CSU. Dass Armin Laschet weiter CDU-Vorsitzender ist, stößt bei den Wahlberechtigten auf geringes Verständnis.

Auch zwei Wochen nach der Bundestagswahl bleibt der Anteil der befragten Wahlberechtigten, die sich für die Union entscheiden würden, geringer als bei der Bundestagswahl am 26. September: Die Union würden dem aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer zufolge weiterhin 20 Prozent wählen. Die SPD kommt wie schon bei der Wahl auf 26 Prozent. Grüne und FDP können wie in der Vorwoche wieder mit 16 beziehungsweise 14 Prozent rechnen. Die Linke kommt auf 5, die AfD auf 9 und die sonstigen Parteien kommen auf 10 Prozent.

Dass die Union auch nach der Wahl weiter schwächelt, liegt nach Einschätzung vieler Wahlberechtigter vor allem an ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Ihn machen auch nach der Wahl 51 Prozent aller Wahlberechtigten sowie 57 Prozent der CDU- und 83 Prozent der CSU-Anhänger für das schlechte Erscheinungsbild der Union und das geringe Vertrauen verantwortlich, das die Union bei den Wählern hat.

Dass eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Union und deren lange Regierungsdauer ein Grund für das schlechte Erscheinungsbild ist, meinen 48 Prozent aller Wahlberechtigten, aber nur 26 Prozent der CDU- und 33 Prozent der CSU-Anhänger. 40 Prozent aller Wahlberechtigten sowie jeweils 23 Prozent der Anhänger der CDU beziehungsweise der CSU glauben, dass es einen generellen Wunsch nach einem Politikwechsel gibt.

Befragte: Der Kandidat war's

Dass das Programm der Union schuld an dem schwachen Vertrauen der Wähler sein könnte, glauben nur 19 Prozent der Befragten beziehungsweise 7 Prozent der Anhänger von CDU und CSU. Insgesamt 14 Prozent der befragten Wahlberechtigten sehen in CSU-Chef Markus Söder einen Grund für den Vertrauensverlust. Bei den CDU-Wählern sind es mit 10 Prozent sogar noch etwas weniger. Markus Söders Kritik an Armin Laschets Wahlkampf halten auch 56 Prozent aller Wahlberechtigten sowie 63 Prozent der CDU- und 81 Prozent der CSU-Wähler für berechtigt.

Während Armin Laschet den Prozess der personellen Neuaufstellung der CDU noch moderieren möchte, würden es 66 Prozent der befragten Wahlberechtigten für richtig halten, wenn Laschet von seinem Amt als CDU-Vorsitzender sofort zurückträte. Nur 24 Prozent aller Wahlberechtigten und auch nur 40 Prozent der CDU- sowie 23 Prozent der CSU-Anhänger finden es richtig, dass er zunächst noch im Amt bleiben möchte.

Einen klaren Favoriten auf Laschets Nachfolge im Konrad-Adenauer-Haus haben die Befragten nicht: 27 Prozent aller Wahlberechtigten halten Norbert Röttgen, 19 Prozent Friedrich Merz und 10 Prozent Jens Spahn für geeignet, nächster CDU-Vorsitzender zu werden. 44 Prozent halten keinen der drei für eine geeignete Nachfolge Laschets.

Mit Söder mehr Zustimmung zu Jamaika

Mit einem Kanzlerkandidaten Markus Söder hätte die Union nach Meinung von 59 Prozent aller Wahlberechtigten, von 79 Prozent der CDU- und von 90 Prozent der CSU-Anhänger ein besseres Ergebnis als mit Armin Laschet erhalten. Könnten sich die Befragten zwischen Olaf Scholz und Markus Söder entscheiden, würden 33 Prozent Söder und 37 Prozent Scholz wählen.

55 Prozent der Wahlberechtigten - noch einmal zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche - wäre persönlich eine Ampel-Koalition am liebsten. 20 Prozent würden eine Jamaika-, 11 Prozent eine Große Koalition aus Union und SPD befürworten. Von den Anhängern der Grünen wünschen sich 91 Prozent eine Ampel-Koalition, nur 4 Prozent eine Jamaika-Koalition. Von den Anhängern der FDP hätten 37 Prozent am liebsten eine Ampel-Koalition, 40 Prozent eine Jamaika-Koalition.

Würde Markus Söder Kanzler einer Jamaika-Koalition, dann würde der Anteil der Befürworter einer Ampel-Koalition auf 37 Prozent zurückgehen. 28 Prozent wären dann für eine Jamaika-Koalition, 13 Prozent für eine Große Koalition.

Quelle: ntv.de, shu

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen