Politik

Empörung über "Loser"-Tweet Trump-Anhänger wollen Walmart boykottieren

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Donald Trump wird den Jahreswechsel überraschend nicht beim Golfen in Florida verbringen.

(Foto: REUTERS)

Die Nerven liegen blank. Nicht nur bei Donald Trump, der frühzeitig aus Florida abreist, sondern auch bei seinen Fans. Weil ein Walmart-Mitarbeiter seine private Meinung auf dem Twitterkonto des Handelskonzerns preisgibt, drohen die Anhänger des abgewählten Präsidenten mit einem Boykott.

Wütende Anhänger von US-Präsident Donald Trump wollen Walmart wegen eines Tweets des Einzelhandelsriesen boykottieren. Hintergrund war ein Tweet des republikanischen Senators Josh Hawley, mit dem er Widerstand bei der förmlichen Verlesung der Ergebnisse der Präsidentenwahl am 6. Januar im Kongress ankündigte. Der Demokrat Joe Biden hatte die Abstimmung gegen Trump gewonnen. Das offizielle Twitter-Konto von Walmart antwortete auf Hawleys Botschaft: "Mach doch. Krieg deine zweistündige Debatte" und fügte "#soreloser" (schlechter Verlierer) als Schlagwort an.

Walmart löschte seine Antwort kurze Zeit später und entschuldigte sich: "Der Tweet wurde fälschlicherweise von einem Mitglied unseres Social-Media-Teams gepostet, das diesen Kommentar in seinem persönlichen Konto veröffentlichen wollte", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Senator Hawley schäumte unterdessen und attackierte Walmart, es habe "75 Millionen Amerikaner beleidigt" - nämlich alle Trump-Wähler - und beschuldigte den Konzern, Sklaven-Arbeit einzusetzen und Niedriglöhne zu zahlen.

Derweil verbreitete sich der Vorfall in den sozialen Netzwerken. Vor allem Unterstützer des US-Präsidenten, die dessen haltlose Vorwürfe des Wahlbetrugs zu glauben scheinen, zeigten sich verärgert. Zahlreiche Nutzer beschimpften Walmart und forderten unter dem Schlagwort "#boycottwalmart", Geschäfte des Unternehmens zu meiden.

Bei einer Sitzung im US-Kongress werden am 6. Januar die Ergebnisse der Präsidentenwahl aus den einzelnen Bundesstaaten offiziell gezählt und verkündet. Erst dann ist amtlich, wer die Wahl gewonnen hat. Unter Trumps Republikanern im Repräsentantenhaus gab es schon länger Pläne, bei der Verlesung Einspruch einzulegen. Um Beratungen beider Kammern über das Wahlergebnis zu erzwingen, muss es laut Gesetz Einsprüche von mindestens einem Abgeordneten und einem Senator geben. Mit Hawleys Beteiligung wäre diese Voraussetzung erfüllt. Die Aktion dürfte die Verlesung des Wahlergebnisses aber lediglich verzögern.

Neue Klage beim Supreme Court eingereicht

Amtsinhaber Trump weigert sich bisher hartnäckig, seine Niederlage einzugestehen. Der Republikaner behauptet, er sei durch massiven Betrug um den Sieg gebracht worden. Weder Trump noch seine Anwälte haben stichhaltige Beweise für diese Behauptungen vorgelegt. Mehr als 50 Klagen des Trump-Lagers wurden bislang von Gerichten abgeschmettert, auch vom Obersten US-Gericht, dem Supreme Court.

Bei Letzterem reichte Trump nun erneut eine Klage ein, mit der er erreichen wolle, dass die Wahl im Bundesstaat Wisconsin wegen "mehrfacher Rechtsbrüche" für verfassungswidrig und ungültig erklärt werde, teilte sein Wahlkampfteam mit. Trump wolle zudem erreichen, dass das Parlament in dem Bundesstaat alternative Wahlleute ernennt. Die Abstimmungen der Wahlleute, die in den USA stellvertretend für das Volk den Präsidenten wählen, haben in den einzelnen Bundesstaaten bereits am 14. Dezember stattgefunden und Biden als Sieger bestätigt.

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Die Wahlniederlage setzt Trump Medienberichten zufolge immer mehr zu. Nun wurde bekannt, dass der Republikaner und seine Frau, First Lady Melania Trump, Silvester überraschend in Washington verbringen. Die beiden sollen am Donnerstagvormittag (Ortszeit) und damit früher als geplant in Florida aufbrechen, wie aus dem vom Weißen Haus veröffentlichten Tagesprogramm hervorging. Trump wird somit auch nicht bei der Neujahrsparty in seinem Klubresort Mar-a-Lago zugegen sein, obwohl Gäste dies erwartet hätten, berichteten US-Medien.

Gründe für die verfrühte Abreise nannte das Weiße Haus nicht. Der TV-Sender CNN berichtete, Trump sei seit seiner Ankunft in Florida vor gut einer Woche in "gereizter Stimmung" gewesen - demnach nicht nur wegen der verlorenen Präsidentenwahl, sondern auch wegen vorgenommener Renovierungsarbeiten in Mar-a-Lago, die seine Frau zum Großteil beaufsichtigt habe.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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