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Druck in Russland-Affäre wächst Trump baut wohl "War Room" auf

Trump auf Sizilien

Für Donald Trump und sein Team ist Krisenmanagement angesagt.

(Foto: REUTERS)

Steht Donald Trump das Wasser jetzt bis zum Hals? Die Russland-Affäre macht ihm schon seit Monaten zu schaffen. Nun richtet der US-Präsident laut Berichten eine Art Krisenstab ein, um sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.

Nach seiner Rückkehr von einer neuntägigen Auslandsreise holt die Russland-Affäre Donald Trump voll ein. Medienberichten zufolge steht der US-Präsident mittlerweile unter derart großem Druck, dass er ein Krisenzentrum ("War Room") im Weißen Haus zur Bewältigung der wachsenden politischen und juristischen Herausforderungen plant. Ziel sei es, der nicht abreißenden Serie schädlicher Enthüllungen im Zusammenhang mit Kontakten seines Wahlkampflagers zu Russland aggressiver entgegenzutreten.

Mit der Einsetzung eines Sonderermittlers durch das Justizministerium sei der Druck gewachsen, eine Gegenstrategie umzusetzen, heißt es aus der Umgebung des Präsidenten. Eine für diese Woche geplante Großkundgebung in Iowa sagte Trump ab.

Jüngste Hiobsbotschaft für Trump sind Berichte, denen zufolge Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner im Dezember einen geheimen Kommunikationsdraht zum Kreml vorgeschlagen haben soll. Zudem könnte bereits in den nächsten Tagen der vom US-Präsidenten entlassene FBI-Chef James Comey vor einem Kongress-Ausschuss aussagen. Dabei geht es um die Frage, ob Trump versucht hat, die Untersuchung von Kontakten seines Wahlkampflagers zu Russland zu hintertreiben. Hinzu kommt, dass der Geheimdienstausschuss des Senats laut "Washington Post" inzwischen das gesamte Wahlkampflager im Visier hat.

Wird Sean Spicer degradiert?

Der "New York Times" zufolge wird im Weißen Haus nun an einem "Plan zur Schadensbegrenzung" gearbeitet. Trumps Team von Privatanwälten solle ausgeweitet und sein Kommunikationsteam neu organisiert werden - der "Washington Post" zufolge wahrscheinlich mit einer gestutzten Rolle für den bedrängten Pressesprecher Sean Spicer.

Der Zeitung zufolge denkt Trump auch daran, besonders offensiv auftretende ehemalige Wahlkampfmitarbeiter zurückzurufen. Diskussionen mit ihnen über die Einrichtung eines "War Rooms" - eines Strategiezentrums in Krisenzeiten - seien im Gange. Zum neuen Spezialteam sollen unter anderem Kushner sowie Steve Bannon gehören, wie aus Präsidialamtskreisen verlautete. Bannon war im Wahlkampf Trumps Chefstratege. Zu dem Team sollen auch Politik-Profis und Anwälte gehören.

Angeblich Hinterzimmerkanal vorgeschlagen

Kushner soll nach Angaben der "Washington Post" im Dezember 2016 - nach der Wahl - bei einem Treffen mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, einen geheimen Kommunikationsdraht zum Kreml vorgeschlagen haben. Die Zeitung berief sich dabei auf nicht namentlich genannte Regierungsbeamte. Quelle sollen mitgeschnittene russische Kommunikationen sein. Kisljak war dem Bericht zufolge über den Vorstoß erstaunt und informierte seine Vorgesetzten. Der "New York Times" vom Samstag zufolge schlug Kushner vor, den geheimen Kanal zur Erörterung von Syrienstrategien und anderen Fragen zu benutzen. Kushner gehörte damals dem Übergangsteam Trumps an.

Mehrere Ausschüsse im Kongress befassen sich mittlerweile mit der Russland-Affäre. Es soll geklärt werden, ob Russland im Wahlkampf zugunsten Trumps mitgemischt hat und ob es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gab. Trump und seine Berater haben solche Absprachen wiederholt dementiert, ebenso die russische Regierung.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/rts

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