Politik

Warschau organisiert Jubel Trump bekommt busseweise Unterstützer

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Am Abend ist Trump in Warschau gelandet.

(Foto: imago/Pacific Press Agency)

Wie einst schon zu Ostblock-Zeiten lässt die polnische Führung busseweise Jubel-Publikum nach Warschau bringen. Dort soll jedoch keinem Besucher aus Moskau gehuldigt werden. Der Gast heißt diesmal Donald Trump.

Um US-Präsident Donald Trump bei seinem Besuch einen warmen Empfang zu bereiten, bedient sich die polnische Führung Medienberichten zufolge Methoden, die wirken, als stammen sie direkt aus dem Strategiebuch der Kommunistischen Partei. Wie unter anderem das US-Portal "Newsweek" berichtet, bringe die regierende konservativ-nationalistische Partei PiS busseweise Trump-freundliche Aktivisten aus dem ganzen Land zum Krasinski-Palast, wo der US-Präsident am Denkmal des Warschauer Aufstandes eine Rede halten will. Das Mahnmal erinnert an die fast 200.000 Toten des 1944 gescheiterten Kampfs gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, habe die Führung in Warschau dem Weißen Haus "versprochen", dass Trump einen warmen Empfang bekommen werde. Den wird Trump in Polen ohnehin bekommen. Die Regierung von Minsterpräsidentin Beata Szydlo ist dem neuen US-Präsidenten außerordentlich wohlgesonnen. Verteidigungsminister Antoni Macierewicz sagte kürzlich, dass Polen, so wie Trump auch, von  "Liberalen, Post-Kommunisten und Linken" attackiert worden sei. Er sei überzeugt, Trump werde die globale Politik nachhaltig verändern. Ex-Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski sagte, andere Nationen würden Polen um den Besuch Trumps "beneiden".

Regierungsfreundliche Aktivisten aus dem ganzen Land busseweise nach Warschau zu bringen - das gab es in Polen schon einmal. Zu Zeiten des Kalten Krieges organisierte die Sozialistische Partei des Landes Transporte in die Hauptstadt, um Besucher aus dem kommunistischen Mutterland, der Sowjetunion, angemessen zu empfangen.

Aus dem Weißen Haus war zu erfahren, Trump wolle in der Rede Polens Erfolge preisen und seine Vision der transatlantischen Beziehungen skizzieren. "Polen ist in gewisser Weise ein Musterkind bei einigen der Themen, auf die Trumps Regierung Wert legt", meint Jeffrey Rathke vom Washingtoner Center for Strategic and International Studies (CSIS). Das Land ist eines von wenigen Nato-Mitgliedern, die das sogenannte Zwei-Prozent-Ziel erfüllen - also mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung ausgeben. Außerdem ist es seit Kurzem Abnehmer von amerikanischem Flüssiggas. Das Weiße Haus will mit dem Besuch zudem die Unterstützung der USA für Polen bekräftigen. "Es ist eine gute Botschaft an jenen Teil der Nato, der wegen Russland nervös und ein bisschen verunsichert ist, was die amerikanische Unterstützung angeht", meint Steven Pifer vom Rechercheinstitut Brookings Institution.

Quelle: ntv.de, bdk