Deal, "BEVOR ES ZU SPÄT IST"Trump knöpft sich jetzt Kuba vor

"ES WIRD KEIN ÖL UND KEIN GELD MEHR NACH KUBA FLIESSEN - NULL!": Donald Trump richtet seinen Fokus auf das nächste Regime, das ihm ein Dorn im Auge ist. Unverhohlen droht er der Regierung in Havanna - die reagiert prompt.
Nach der US-amerikanischen Intervention in Venezuela drängt Präsident Donald Trump den kommunistischen Karibikstaat Kuba zu einem Abkommen mit Washington. Er warnte auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social, der Inselstaat werde künftig kein Öl und kein Geld mehr aus Venezuela erhalten. Das südamerikanische Land ist Kubas größter Öllieferant. Nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Truppen hatte Trump die Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez dazu gedrängt, venezolanisches Öl in die USA zu liefern.
"Ich empfehle dringend, dass sie einen Deal machen, BEVOR ES ZU SPÄT IST", schrieb Trump mit Verweis auf Kuba. Es ist unklar, welche Art von "Deal" er meinte. Da Venezuela nun vom US-Militär beschützt werde, brauche das südamerikanische Land keine Sicherheitsdienstleistungen mehr aus Havanna. "ES WIRD KEIN ÖL UND KEIN GELD MEHR NACH KUBA FLIESSEN - NULL!"
Kuba erhält von Venezuela Öl im Austausch für die Dienste entsandter kubanischer Ärzte. Zudem sind nach Einschätzung von Experten zahlreiche kubanische Geheimdienstagenten in Venezuela im Einsatz. Soldaten und Geheimdienstler aus Kuba waren auch für die persönliche Sicherheit von Maduro verantwortlich. Bei dem US-Einsatz zu seiner Festnahme am 3. Januar in der venezolanischen Hauptstadt Caracas wurden nach Angaben der Regierung in Havanna 32 kubanische Sicherheitskräfte getötet.
Anscheinend als Reaktion auf die Andeutung Trumps, Kuba erhalte venezolanisches Öl im Tausch gegen die Dienste von Sicherheitskräften, meldete sich Kubas Außenminister Bruno Rodríguez auf der Plattform X zu Wort. "Kuba erhält weder finanzielle noch materielle Vergütung für Sicherheitsdienstleistungen, die es für ein anderes Land erbringt, noch hat es das jemals getan", schrieb er. "Die USA verhalten sich wie eine kriminelle und unkontrollierte Hegemonialmacht, die den Frieden und die Sicherheit nicht nur auf Kuba und in dieser Hemisphäre, sondern auf der ganzen Welt bedroht." Sein Land lasse sich von Washington nicht erpressen und nicht militärischem Zwang unterwerfen. Er fügte hinzu, Kuba habe das Recht, Treibstoff aus jedem Land zu importieren, das bereit sei, diesen zu exportieren.
Fehlendes Öl hätte dramatische Folgen
Kuba steckt aktuell in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Sieg der Revolution um Fidel Castro 1959. Unter anderem an Kraftstoff herrscht Knappheit. Bislang erhält das Land rund 35.000 Barrel venezolanischen Öls pro Tag für seine Energieproduktion oder den Weiterverkauf auf dem Weltmarkt. Sollten die USA die Lieferungen von Öl aus Venezuela nun unterbinden, könnte die kubanische Wirtschaft vollends zusammenbrechen. Allerdings erhält Kuba auch Öl aus Russland und Mexiko, die Liefermengen aus Venezuela waren bereits in den vergangenen Jahren zurückgegangen.
Hinzu kommt: Der US-Geheimdienst zeichnet zwar ein düsteres Bild der wirtschaftlichen und politischen Lage auf der Karibik-Insel. Doch seine Einschätzungen stützen Trumps Vorhersage nicht eindeutig, dass die Insel kurz vor dem Zusammenbruch stehe, wie Reuters von drei mit den vertraulichen Einschätzungen vertrauten Personen erfuhr. Die CIA ist demnach der Ansicht, dass wichtige Sektoren der kubanischen Wirtschaft, wie Landwirtschaft und Tourismus, durch häufige Stromausfälle, Handelssanktionen und andere Probleme stark belastet sind. Oft fällt in dem Land für 12 oder 14 Stunden am Tag der Strom aus, denn auch die Stromproduktion hängt fast ausschließlich an öl- und dieselbetriebenen Kraftwerken. Der drohende Verlust von Ölimporten und anderer Unterstützung aus Venezuela könne die Regierungsführung der kommunistischen Führung zumindest erheblich erschweren.
Trump repostete auf Truth Social unterdessen mehrere Beiträge, in denen Nutzer auf einen möglichen, durch die USA herbeigeführten Regimewechsel auf Kuba hinfieberten. In einem der Beiträge wurde scherzhaft angekündigt, US-Außenminister Marco Rubio - der Sohn kubanischer Einwanderer - werde Präsident Kubas. "Klingt für mich gut!", kommentierte Trump.