Politik

Coronavirus-Epidemie vertuscht? Trump macht China erneut schwere Vorwürfe

Klar ist, dass Sars-CoV-2 zuerst in der chinesischen Region Hubei auftrat. Unklar ist, ob die dortigen Behörden alles taten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. US-Präsident Trump wirft Peking nun erneut vor, die beginnende Epidemie vertuscht zu haben. Und er ist nicht der Einzige.

US-Präsident Donald Trump hat China wegen der Coronavirus-Krise erneut attackiert. Die Welt zahle derzeit einen "sehr hohen Preis" für mangelnde Transparenz der chinesischen Regierung zu Beginn des Ausbruchs, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Es wäre viel besser gewesen, wenn wir einige Monate vorher Bescheid gewusst hätten. Dann hätte es (das Virus) auf die Region in China begrenzt werden können, in der es begann."

China wird vorgeworfen, das Auftreten des Virus in der chinesischen Großstadt Wuhan am Anfang vertuscht zu haben. Inzwischen hat sich die Coronavirus-Krise zu einer weltweiten Pandemie ausgeweitet. In den USA gibt es bereits mehr als 10.000 Infektionen und mehr als 150 Todesfälle.

Trump spricht inzwischen regelmäßig vom "chinesischen Virus", was Kritiker und auch die Regierung in Peking als rassistisch und stigmatisierend verwerfen. Bei der Pressekonferenz im Weißen Haus griff der Präsident erneut auch US-Medien an und bezeichnete diese als "unehrlich" und "korrupt". Zeitungen und Nachrichtensender berichten kritisch über Trumps Krisenmanagement.

Auch Bolsonaro-Sohn erzürnt China

Zuletzt hatte auch Eduardo Bolsonaro, Abgeordneter und Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, China mit drastischen Worten vorgeworfen, das Coronavirus verheimlicht zu haben. Er löste damit eine diplomatische Verstimmung zwischen den beiden Staaten aus. "Wer Tschernobyl verfolgt hat, wird verstehen, was passiert ist. Ersetzen Sie Atomkraftwerk durch das Coronavirus und die sowjetische Diktatur durch die chinesische", schrieb Eduardo Bolsonaro auf Twitter. "China ist schuld, Freiheit wäre die Lösung."

Die chinesische Botschaft in Brasília wies die Vorwürfe ebenso heftig zurück. "Sie sind eine Person ohne internationale Vision oder gesunden Menschenverstand", erklärten die Chinesen. "Bei der Rückkehr aus Miami haben sie leider einen mentalen Virus mitgebracht", schrieb die Botschaft auf Twitter an den Präsidenten-Sohn - eine Anspielung auf eine Reise zu einem Treffen mit US-Präsident Trump, von der mindestens 17 brasilianische Delegationsmitglieder mit dem Coronavirus infiziert zurückgekommen sind. Der chinesische Botschafter forderte eine Entschuldigung. Diese sprach der Parlamentspräsident Rodrigo Maia aus. China ist Angaben des Außenministeriums zufolge seit 2009 der Hauptwirtschaftspartner Brasiliens.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa