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Freitag, 29. Dezember 2017

Kältewelle in Kanada und den USA: Trump macht Witze über Klimawandel

US-Präsident Trump lässt kaum eine Gelegenheit ungenutzt, um seine Zweifel am Klimawandel der Welt kundzutun. Diesmal gibt ihm die extreme Kältewelle im Norden Amerikas eine Steilvorlage.

Angesichts des Kälteeinbruchs in Teilen der USA und Kanadas hat sich US-Präsident Donald Trump über die Erderwärmung lustig gemacht. "Im Osten könnte es der kälteste jemals registrierte Silvesterabend werden", twitterte Trump am Donnerstag. "Vielleicht könnten wir ein bisschen von dieser guten alten Erderwärmung gebrauchen, für die unser Land, aber nicht andere Länder, Billionen an Dollar zahlen sollte, um sich davor zu schützen. Zieht euch warm an." Trumps Äußerungen lösten Empörung aus.

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Im Norden und Nordosten der USA sowie in weiten Teilen Kanadas herrschen derzeit arktische Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius. Der Nationale Wetterdienst der USA warnte vor "gefährlich kalten Temperaturen und Winden".

Klimawandel - "Erfindung der Chinesen"

Trump hat den Klimawandel in der Vergangenheit als Erfindung der Chinesen bezeichnet, die das Ziel verfolgten, den USA zu schaden. Im Juni kündigte er den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen an.

Die Staatengemeinschaft hatte sich 2015 in Paris darauf verständigt, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Trumps Regierung strich den Klimawandel von der Liste der Bedrohungen für die nationale Sicherheit.

"Wetter ist nicht dasselbe wie Klima"

Trumps Äußerungen vom Donnerstag lösten empörte Reaktionen aus. "Wetter ist nicht dasselbe wie Klima", twitterte die demokratische US-Abgeordnete Pramila Jayapal. "Der Präsident sollte in der Lage sein, das zu verstehen. Es ist nicht so schwierig." Sie verwies zudem darauf, dass es 2017 in den USA "ungefähr drei Hitzerekorde pro Kälterekord" gegeben habe.

"Glauben Sie es oder nicht, der globale Klimawandel ist sehr real, auch wenn es jetzt gerade kalt außerhalb des Trump Towers ist", schrieb der Chef der Akademie der Wissenschaften in Kalifornien, Jon Foley, auf Twitter. "So wie es immer noch Hunger auf der Welt gibt, auch wenn Sie gerade einen Big Mac gegessen haben."

Die Wetterredaktion der Zeitung "Washington Post" hatte bereits am Mittwoch davor gewarnt, den derzeitigen Kälteeinbruch dazu zu nutzen, die Erderwärmung infrage zu stellen. "Bitte beachten, dass der Rest der Welt viel wärmer als normal sein wird, für den Fall dass jemand behauptet, die Kälte in den USA entlarve die Erderwärmung", twitterten die Reporter, die bereits davon ausgingen, dass eine solche Behauptung "auf unverantwortliche Weise" erhoben würde.

Der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zufolge wird 2017 das wärmste jemals registrierte Jahr weltweit werden. Der Kälteeinbruch in Nordamerika markiert den Abschluss eines Jahres, das von zerstörerischen Hurrikans, Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbränden in den verschiedensten Weltregionen geprägt war.

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Quelle: n-tv.de