Politik

"Was passiert, passiert" Trump plant Kim-Treffen in vier Wochen

RTX3HI7O.jpg

US-Präsident Donald Trump will über sein Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un nicht spekulieren.

(Foto: REUTERS)

Auf ihrem historischen Gipfel einigen sich Nord- und Südkorea auf die atomare Abrüstung und ebnen damit den Weg für ein Treffen mit den USA. US-Präsident Donald Trump hat es nun eilig damit und verspricht, der Welt einen großen Gefallen zu tun.

Das geplante Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong soll nach Trumps Worten bereits in den kommenden drei bis vier Wochen stattfinden. Er gehe davon aus, dass es "ein sehr wichtiges Treffen" werde: "Wir werden der Welt einen großen Gefallen tun", sagte Trump vor Anhängern in der Stadt Washington in Michigan. Über den Ausgang eines solchen Gipfels mit dem kommunistischen Land wollte er aber nicht spekulieren. "Was passiert, passiert", so der US-Präsident. "Ich bin nicht wie (der frühere Außenminister) John Kerry, der den furchtbaren Iran-Deal gemacht hat."

Südkorea erkenne an, dass der Erfolg der Anbahnung einer Friedenslösung auf der koreanischen Halbinsel den USA geschuldet sei, sagte Trump. "Er gibt uns riesige Anerkennung, er gibt uns allen Anerkennung", sagte Trump mit Blick auf Südkoreas Präsident Moon Jae In, mit dem er am Samstag telefoniert hatte. Nach Angaben von Moons Büro besprach dieser in einem Telefonat mit Trump, wo dessen Zusammenkunft mit Kim stattfinden soll. Dabei seien zwei bis drei mögliche Orte genannt worden.

US-Außenminister Mike Pompeo erklärte derweil, Kim sei bereit einen Plan vorzulegen, der zur vollständigen atomaren Abrüstung des Landes führe. Bei seinem Besuch in Pjöngjang am Osterwochenende habe er ein "gutes Gespräch" mit dem nordkoreanischen Staatschef geführt, sagte er dem Sender ABC News in einem Interview, das am Sonntag ausgestrahlt werden soll. Beide hätten umfassend über die wichtigsten Streitthemen gesprochen.

Experten loben Südkoreas Diplomatie

Am Donnerstag hatten sich die Staatschefs von Nord- und Südkorea bei einem historischen Gipfeltreffen zum Ziel einer dauerhaften und stabilen Friedensregelung und einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel bekannt. Der seit mehr als sechs Jahrzehnten geltende Kriegszustand soll laut einer gemeinsamen Erklärung noch dieses Jahr beendet werden. Trump begrüßte die Einigung und sprach auf Twitter von einem historischen Treffen, das zwischen Nord- und Südkorea stattgefunden habe.Anders als der US-Präsident schreiben Politikwissenschaftler in den USA den Fortschritt hin zu einer Friedenslösung eher Südkorea und dessen geschickter Diplomatie unter anderem vor und während der Olympischen Winterspiele zu.

Die Kundgebung in Michigan war eine bewusst angesetzte Gegenveranstaltung zum Galadinner der Vereinigung der im Weißen Haus akkreditierten Journalisten. Traditionsgemäß nehmen US-Präsidenten die Einladung der Korrespondenten an. Trump hat sie nun zum zweiten Mal in Folge ausgeschlagen, und auf einer zeitgleich angesetzten Kundgebung unter anderem Stimmung gegen die aus seiner Sicht unredlich arbeitende Presse gemacht.

Washington drängt Nordkorea, auf sein Waffenarsenal vollständig, überprüfbar und unumkehrbar zu verzichten. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms international isoliert. Pjöngjang hatte im vergangenen Jahr eine Reihe von Raketentests sowie einen sechsten Atomwaffentest vorgenommen.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

Mehr zum Thema