Politik

TV-Schlagabtausch der Republikaner Trump schimpft auf die "dummen" Politiker

Derzeit liegt Donald Trump in den Umfragen vorn. Doch falls seine Nominierung als republikanischer US-Präsidentschaftskandidat scheitern sollte, will sich der Milliardär womöglich trotzdem zur Wahl stellen. Gegen seine populistischen Sprüche haben es seine Konkurrenten im TV-Duell schwer.

In der ersten großen TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber hat sich der in Umfragen führende Geschäftsmann Donald Trump einen hitzigen Schlagabtausch mit seinen Konkurrenten geliefert. Der Immobilientycoon wetterte gegen die "dummen" politischen Eliten und forderte den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Eine Kandidatur als parteiloser Kandidat bei der Präsidentschaftswahl schloss er nicht aus.

"Ich möchte als republikanischer Kandidat antreten", sagte Trump. Auf die Frage der Moderatoren, ob er bei einer Niederlage im Vorwahlkampf auf einen Alleingang verzichten werde, antwortete er: "Ich werde zum gegenwärtigen Zeitpunkt dieses Versprechen nicht geben."

Der Geschäftsmann, der auch durch eine Reality-Fernsehsendung bekannt wurde, schlachtete vor allem das Thema illegale Einwanderung populistisch aus. "Wir müssen eine Mauer bauen. Und sie muss schnell gebaut werden", sagte Trump. Die "dummen Spitzenpolitiker in den Vereinigten Staaten" würden nichts gegen illegale Einwanderung unternehmen. Im Publikum stießen die Äußerungen des Milliardärs auf geteilte Reaktionen: Neben Applaus waren auch laute Buh-Rufe zu hören. Der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, warf Trump eine "spaltende Sprache" vor.

Bush geht auf Distanz zu seinem Bruder

2015-08-07T030957Z_377047005_TB3EB8708SB9C_RTRMADP_3_USA-ELECTION-REPUBLICANS.JPG8014838274092556003.jpg

Trump bleibt bei seiner Forderung nach einer Mauer an der Grenze zu Mexiko.

(Foto: REUTERS)

Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, sagte, dass Trump mit der Einwanderungsdebatte einen "Nerv" getroffen habe. "Die Leute sind frustriert. Sie haben es satt", sagte Kasich und fügte mit Blick auf Trump hinzu: "Er hat seine Lösungen, einige von uns haben andere Lösungen." Bush sprach sich dafür aus, Einwanderern ohne gültige Papiere einen Weg in die Legalität zu ermöglichen. Wisconsins Gouverneur Scott Walker machte dagegen deutlich, dass es mit ihm als Präsidenten keine "Amnestie" geben werde.

Bei der Debatte ging es auch um die Sanierung der Staatsfinanzen, den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), das Atomabkommen mit dem Iran sowie Streitfragen wie Abtreibung, landesweite Schulstandards und die Homoehe. Die republikanischen Bewerber kritisierten außerdem die frühere Außenministerin Hillary Clinton, die als große Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gilt. "Jeder Teil der Welt, den Hillary Clinton angerührt hat, ist heute in größerer Unordnung", sagte Walker.

Bush distanzierte sich von dem unter seinem Bruder angeordneten Einmarsch in den Irak. Rückblickend sei der Krieg ein "Fehler" gewesen, sagte der Bruder von Ex-Präsident George W. Bush und Sohn von Ex-Präsident George H.W. Bush. "Ich wäre nicht reingegangen." Zugleich warf er Präsident Barack Obama vor, den Irak mit dem Abzug der US-Armee im Stich gelassen und damit den Aufstieg der IS-Miliz begünstigt zu haben.

Weniger prominente Bewerber wurden ausgelagert

Die erste große Fernsehdebatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber war vom Nachrichtensender Fox News organisiert worden. Angesichts des 17-köpfigen Bewerberfeldes entschied sich der Sender für zwei getrennte Debatten: Zur besten Sendezeit durften sich die zehn Bewerber messen, die laut einem Bündel von Umfragen zuletzt am besten abschnitten.

Neben Trump, Bush, Kasich und Walker nahmen auch der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der pensionierte Neurochirurg Ben Carson, die Senatoren Ted Cruz, Marco Rubio und Rand Paul sowie der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, teil. Sieben weitere Bewerber kamen nur bei einer weniger prominenten Veranstaltung am Nachmittag zum Zug.

Die Präsidentschaftswahl findet im November 2016 statt, Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Beide Parteien bestimmen ab Anfang kommenden Jahres in Vorwahlen ihre Kandidaten.

Quelle: ntv.de, jog/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen