Politik

"Bereit für einen Deal"Trump schlägt sich wieder auf Putins Seite

15.01.2026, 09:31 Uhr
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Putin weiß offenbar nicht nur den US-Präsidenten, sondern auch Gott auf seiner Seite: In einer Kirche in Moskau sprach er vor einer Woche von einer "heiligen Mission". (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Das Verhältnis von US-Präsident Trump zum Kreml erstaunt so manche Beobachter. Ungeachtet aller Angriffe betont dieser, dass Putin bereit für ein Abkommen sei. Der eigentliche Blockierer sitzt laut Trump woanders.

US-Präsident Donald Trump geht offensichtlich wieder einmal davon aus, dass Kremlchef Wladimir Putin in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine zu einem Kompromiss bereit ist. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte er über Putin: "Ich glaube, er ist bereit, ein Abkommen zu schließen."

Laut Trump sitzt das wahre Hindernis für einen Waffenstillstand in Kiew. "Ich glaube, die Ukraine ist weniger bereit, ein Abkommen zu schließen." Auf die Frage nach dem Grund für die Blockade eines Abkommens sagte Trump: "Selenskyj". Tatsächlich hatte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in den vergangenen Monaten zu Kompromissen bereit gezeigt, während Moskau auf seinen Maximalforderungen bestand.

Auf die Frage, ob er die Idee von US-Sicherheitsgarantien zur Absicherung der Ukraine durch Geheimdienstzusammenarbeit unterstütze, sagte Trump: "Wenn wir etwas erreichen können, würden wir helfen. Sie verlieren 30.000 Soldaten im Monat, zusammen mit Russland. Jetzt wird Europa uns dabei helfen."

Russland kämpft bereits seit 2014 gegen sein Nachbarland. Damals entsandte der Kremlchef russische Truppen in den Osten der Ukraine und annektierte die Krim. Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen zerstörerischen Krieg gegen das gesamte Land. In den vergangenen Monaten hat es dabei noch einmal verschärft die Energieinfrastruktur angegriffen, sodass es in zahlreichen Städten zu massiven Stromausfällen kommt und Heizungen und die Wasserversorgung ausfallen.

US-Geheimdienste skeptischer

Dessen ungeachtet gibt Trump Selenskyj die Schuld an dem Krieg und übt seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr massiven Druck auf diesen aus. Zugleich hat er mehrere Telefonate mit Putin geführt und diesen im vergangenen Sommer mit einem roten Teppich empfangen.

Der Sondergesandte des Weißen Hauses, Steve Witkoff, sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sollen in Kürze wieder nach Moskau reisen, um dort Putin zu treffen. Nach mehreren Besuchen in Moskau verbreitete Witkoff im vergangenen Jahr die Sicht des Kreml. Der Krieg und "all die Zutaten, die dazu geführt haben", seien eine "komplizierte Situation", sagte er. Auch betonte er, dass eine Freundschaft mit Putin entstanden sei. Diesen halte er nicht für einen "schlechten Kerl".

Im Gegensatz zu Trump und dessen Golffreund Witkoff betrachten die US-Geheimdienste Moskau mit mehr Skepsis. Mehreren Berichten vom Dezember zufolge gehen diese weiterhin davon aus, dass Putin die gesamte Ukraine erobern und Gebiete des ehemaligen Sowjetimperiums beanspruchen will. Demnach stimmen die US-Erkenntnisse mit den Ansichten europäischer Regierungen überein. "Die Geheimdienste sind schon immer davon ausgegangen, dass Putin mehr will", sagte der demokratische Abgeordnete Mike Quigley aus dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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