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Wenn mit Nordkorea kein Abkommen zustande kommt, nur dann würde das Libyen-Modell ins Spiel kommen, sagt Trump.
Wenn mit Nordkorea kein Abkommen zustande kommt, nur dann würde das Libyen-Modell ins Spiel kommen, sagt Trump.(Foto: AP)
Freitag, 18. Mai 2018

Kein Schicksal wie Gaddafi: Trump stellt Kim "Sicherheiten" in Aussicht

Für das nordkoreanische Regime sind seine Atomwaffen wie eine Lebensversicherung. Die USA wollen, dass das kommunistische Land eben diese abgibt und nuklear abrüstet. Dafür verspricht US-Präsident Trump eine andere Art von Sicherheit im Tausch.

US-Präsident Donald Trump hat im Ringen mit Nordkorea versichert, im Falle eines Abkommens werde es nicht zu einer Lösung nach dem Modell Libyens kommen. Wenn Nordkorea ein Abkommen unterzeichne, werde Kim Jong Un "sehr starke Sicherheiten" bekommen, sagte Trump. "Wenn wir keinen Deal erreichen, dann wäre das das Modell", sagte Trump mit Blick auf die Entmachtung von Libyens früherem Machthaber Muammar al-Gaddafi.

Deswegen sei es sinnvoll, wenn Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sich auf ein Abkommen mit den USA einlasse, fuhr Trump fort. Libyen hatte vor 15 Jahren erklärt, seine Massenvernichtungswaffen im Gegenzug für die Aufhebung von Sanktionen zerstören zu wollen. Al-Gaddafi wurde später - am 20. Oktober 2011 - von Aufständischen getötet; die westlichen Atommächte unterstützten damals die Rebellen.

"Sein Land würde sehr reich werden"

"Das Libyen-Modell war ein ganz anderer Deal", sagte der US-Präsident zu Beginn eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Washington. "Wir haben Libyen vernichtend geschlagen", so Trump. Dies sei nicht der Plan für Nordkorea. Er hoffe stattdessen auf ein prosperierendes Nordkorea. Es gehe um ein Abkommen, das Kim schütze, erklärte er. "Er wäre dort. Er wäre in seinem Land an der Macht. Sein Land würde sehr reich werden."

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Trump distanzierte sich somit von Äußerungen seines Sicherheitsberaters John Bolton. Dieser hatte das Libyen-Modell vorgeschlagen. Nordkorea könnte dann nach dem Vorbild Libyens Atomwaffen schnell an die USA oder andere Länder übergeben.

Die Regierung in Pjöngjang drohte daraufhin, ein geplantes Gipfeltreffen von Trump und Kim am 12. Juni platzen zu lassen. Es sei "vollkommen absurd, die Volksrepublik, einen Atomwaffenstaat, mit Libyen zu vergleichen, das auf einer anfänglichen Stufe zu einer Atommacht stand", hatte Kim am Mittwoch erklärt.

Trump geht weiter von Treffen mit Kim aus

Zudem hatte es Vize-Außenminister Kim Kye Gwan kategorisch abgelehnt, das Atomwaffenarsenal des Landes im Gegenzug für Wirtschaftshilfen aufzugeben. Zuvor hatte Pjöngjang bereits ein US-Militärmanöver mit Südkorea als Grund genommen, das Treffen Kims mit Trump infrage zu stellen. Trump geht nach eigenen Worten aber weiter davon aus, dass die Begegnung stattfinden wird. Man sei mit Nordkorea in Kontakt, als sei nichts passiert, sagte er nun.

Die nordkoreanische Führung betrachtet ihr Atomprogramm auch als Absicherung ihrer Macht. Die USA verlangen von Nordkorea einen vollständigen, überprüfbaren und nicht mehr umkehrbaren Abbau seines Atomprogramms. Kim hatte sich bei seinem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In Ende April zu einer "kompletten Denuklearisierung" bereiterklärt. Unklar ist aber, was das im Detail bedeutet und wie und bis wann dies erfolgen soll.

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Quelle: n-tv.de