"Wir sprechen über Erwerb"Trump zeigt sich unbeeindruckt von Nato-Vorstoß zu Grönland

Trumps Drohungen gegen Grönland sorgen seit Tagen für Spannungen. Einige Nato-Staaten - auch Deutschland - reagieren mit Vorschlägen. Für den US-Präsidenten ändert das nichts.
US-Präsident Donald Trump lässt sich von seinem Gebietsanspruch auf Grönland durch Vorstöße von Nato-Staaten für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis nicht abbringen. An Bord der Air Force One konfrontierte ihn eine Journalistin damit, dass Großbritannien und Deutschland aktuell Pläne für mehr Schutz der Sicherheit in der Arktis im Nato-Rahmen diskutieren würden. Die Frage, ob das etwas an seiner Einschätzung ändere, verneinte Trump.
"Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht", betonte er mit Vokabular eines Geschäftsmanns. Trump machte dabei klar, dass es ihm darum gehe, Grönland langfristig zu besitzen. Einmal mehr rechtfertigte er das damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden.
Was einige Nato-Staaten vorschlagen
Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hatte erst gerade grundsätzliche Bereitschaft für einen größeren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt. Die richtigen Antworten müssten im Nato-Rahmen gefunden werden, sagte der CDU-Politiker, der auf Island einen Zwischenstopp auf dem Weg in die USA einlegte.
Bundeskanzler Friedrich Merz geht dennoch weiter davon aus, dass die USA sich an einer stärkeren Nato-Präsenz zur Verbesserung der Sicherheit Grönlands beteiligen werden. "Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss", sagte Merz bei seinem Indien-Besuch in Ahmedabad. "Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen."
Darüber führe Außenminister Johann Wadephul gerade Gespräche in Washington. Er hoffe auf eine einvernehmliche Lösung innerhalb der Nato, sagte Merz. In welchem Umfang sich die Amerikaner beteiligen könnten, "das werden die Gespräche der nächsten Tage und Wochen zeigen".