Politik

Gas-Streit spitzt sich zu Türkei schickt Kampfdrohne nach Nordzypern

Im Streit um Gasvorkommen vor der Zyprischen Küste demonstriert die Türkei militärische Stärke. Ankara entsendet eine Kampfdrohne. Angeblich zum "Schutz der legitimen Rechte und Interessen".

Die Türkei hat inmitten des Gasstreits mit Zypern und Griechenland eine Kampfdrohne nach Nordzypern verlegt. Die bewaffnete Drohne vom Typ Bayraktar TB2 landete auf dem Gecitkale-Flughafen in Famagusta, wie eine Augenzeugin berichtet. Die Regierung der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern hatte "angesichts der jüngsten Entwicklung in der östlichen Mittelmeerregion" die Verlegung der Drohne genehmigt.

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Der Schritt diene "dem Schutz der legitimen Rechte und Interessen" der Türkischen Republik Nordzypern und der Türkei, erklärte die Regierung vergangene Woche. Verkehrsminister Tolga Atakan sagte, die Verlegung der türkischen Drohne sei auch eine Reaktion auf den Kauf israelischer Drohnen durch Zypern im Oktober.

Türkische Zyprer verlangen Beteiligung

Die Mittelmeerinsel ist seit einem griechischen Militärputsch 1974 in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden geteilt. Die Türkei ist seitdem mit Truppen im Norden präsent. Außer Ankara erkennt kein Staat die Türkische Republik Nordzypern an.

Seit der Entdeckung großer Gasvorkommen um Zypern gibt es Streit um ihre Ausbeutung. Die Türkei und die türkischen Zyprer verlangen, daran beteiligt zu werden. Ankara schickte mehrere Bohrschiffe in Begleitung von Kriegsschiffen in die Region, weshalb es wiederholt zu Zwischenfällen mit Schiffen anderer Staaten kam.

Im November unterzeichnete die Türkei ein umstrittenes Seeabkommen mit Libyen, das die Grenzen des türkischen Festlandsockels im östlichen Mittelmeer erheblich ausweitet. Griechenland und Ägypten haben die Vereinbarung scharf kritisiert, da sie ihre eigenen Ansprüche verletzt sehen. Auch die EU lehnt das Abkommen ab.

Quelle: ntv.de, jru/AFP