Politik

Todesfall instrumentalisiert?Paris bestellt US-Botschafter Kushner nach Kommentaren ein

22.02.2026, 14:54 Uhr
00:00 / 02:24
U-S-Ambassador-to-France-Charles-Kushner-gives-a-press-conference-marking-the-250th-birthday-of-the-US-next-year-in-Paris-Thursday-Dec-4-2025
Botschafter Kushner ist der Vater von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. (Foto: AP)

Im französischen Lyon wird ein rechter Aktivist totgeschlagen. Der Fall löst landesweit Bestürzung aus. Das US-Außenministerium warnt schnell vor einem Anstieg von gewalttätigem Linksextremismus. Paris weist die Bemerkung scharf zurück und bestellt den US-Botschafter ein.

Nach US-Äußerungen im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod eines Rechtsextremisten in Lyon hat der französische Außenminister Jean-Noël Barrot angekündigt, den Botschafter der Vereinigten Staaten, Charles Kushner in Paris einzubestellen. Grund seien Kommentare der US-Seite zum Tod des rechtsextremen Aktivisten Quentin Deranque in der vergangenen Woche. Deranque war bei einer Auseinandersetzung mit mutmaßlichen Linksextremisten zu Tode geprügelt worden.

Die US-Botschaft in Paris und die Abteilung für Terrorismusbekämpfung des US-Außenministeriums hatten als Reaktion erklärt, den Fall zu beobachten. Auf der Plattform X warnten sie vor einer Zunahme von "gewalttätigem Linksextremismus", der eine "Bedrohung für die öffentliche Sicherheit" darstelle. Die US-Botschaft in Frankreich verbreitete diese Erklärung weiter.

Barrot erklärte, Frankreich verbitte sich jegliche Einmischung des Auslands in diesem Fall. "Wir weisen jede politische Instrumentalisierung dieser Tragödie zurück, bei der es um die Trauer einer französischen Familie geht", sagte er den Sendern France Info und France Inter sowie der Zeitung "Le Monde". Der Außenminister betonte, Frankreich müsse sich keinerlei "Lektionen" zum Thema Gewalt gefallen lassen.

Deranques Tod hat in Frankreich Bestürzung ausgelöst. Am Samstag gab es Gedenkmärsche in Lyon. Gegen sieben Personen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Unter ihnen ist ein ehemaliger Mitarbeiter eines Abgeordneten der linksgerichteten Partei LFI. Die Partei hat die Tötung verurteilt.

Charles Kushner ist der Vater von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Trump. Die französische Regierung hatte ihn bereits im vergangenen Sommer einbestellt, nachdem Kushner dem französischen Präsidenten einen "unzureichenden" Einsatz gegen Antisemitismus vorgeworfen hatte.

Quelle: ntv.de, gri/rts/AFP

Mord und TotschlagParisUS-AußenministeriumFrankreichJared KushnerExtremismus