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Bericht über brisante ChatsUS-Botschafterin will Trump-Unterstützer ihre privaten Schulden zahlen lassen

10.10.2026, 10:52 Uhr
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Guilfoyle war ab 2018 in einer Beziehung mit Donald Trump Jr., dem Sohn von US-Präsident Donald Trump. (Foto: picture alliance / Captital Pictures)

"Schatz, bitte, du musst das heute für mich erledigen": Mit diesen Worten soll die US-Botschafterin in Griechenland einen Trump-Unterstützer aufgefordert haben, ihre Kreditkartenschulden zu bezahlen. Geld floss wohl nicht - dafür aber viele Versprechen.

Die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, soll einen Trump-Spender aufgefordert haben, 100.000 Dollar auf ihr Kreditkartenkonto zu überweisen, um ihre Schulden zu begleichen. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Hunderte ausgewertete Nachrichten, E-Mails und Briefe. Die frühere Verlobte von Donald Trump Jr. habe dem Unternehmer Eric Deters zugleich angeboten, ihre Kontakte zur Regierung für seine Steuer- und Rechtsangelegenheiten einzusetzen.

Besonders dringend wurde die Bitte demnach kurz vor Guilfoyles Anhörung im Senat für ihren Botschaftsposten am 9. Juli 2025. "Schatz, bitte, du musst das heute für mich erledigen", soll sie Deters sechs Tage zuvor über den Messenger Signal geschrieben haben. Dazu schickte sie laut Zeitung Zahlungsanweisungen von American Express. In einer weiteren Nachricht erklärte sie demnach: "Es wird nirgendwo auftauchen, wenn du das Geld an American Express überweist." Deters zahlte nach eigenen Angaben allerdings nicht.

Viele Gefallen versprochen

Der 63-jährige frühere Anwalt und erfolglose Kandidat für politische Ämter gehört seit Jahren zum Trump-Lager. Nach eigenen Angaben hatte er Guilfoyle bereits 2020 insgesamt 300.000 Dollar für Auftritte bei seinem "Freedom Fest" in Kentucky gezahlt. Außerdem flossen wohl in den darauffolgenden Jahren 200.000 Dollar an Donald Trump Jr. und 100.000 Dollar an Eric Trump aus seiner Tasche.

Nach Trumps Wahlsieg im Herbst 2024 bat Deters Guilfoyle dann nach eigenen Angaben um Unterstützung in mehreren für ihn besonders wichtigen Angelegenheiten: Deters hatte Ärger mit der Steuerbehörde IRS und hoffte auf Guilfoyles Hilfe. Außerdem wollte er einen nach Pakistan geflohenen Arzt ausliefern lassen, der unnötige Wirbelsäulenoperationen durchgeführt haben soll, und Ermittlungen gegen dessen Versicherer anstoßen.

Für ein Interview bei dem rechten Moderator Tucker Carlson stellte Deters der heutigen Botschafterin sogar eine Million Dollar in Aussicht. Dort wollte er auf den Fall des Arztes aufmerksam machen. Laut den von der Zeitung ausgewerteten Nachrichten kontaktierte Guilfoyle Personen aus Carlsons Umfeld, ein Interview kam jedoch nicht zustande. Carlson erklärte dem "Wall Street Journal", er kenne Deters nicht. Und: Guilfoyle habe keinen Einfluss auf seine Gästeauswahl. "Eine Million Dollar für einen Podcast-Auftritt?", fragte er. "Das ist völlig verrückt."

Zum damaligen IRS-Chef Billy Long suchte Guilfoyle dem Bericht zufolge hingegen direkt Kontakt. In einer Nachricht verwies sie darauf, dass Deters ihr und Donald Trump Jr. nahestehe, und bat Long, sich dessen Steuerstreit anzusehen. Später meldete sie Deters, Long habe geantwortet: "BOOM." Auch beim Justizministerium wollte sie sich nach Darstellung der Zeitung für ihn einsetzen. Ein FBI-Sprecher bestritt dagegen, dass sie bei Behördenchef Kash Patel interveniert habe.

"Hör auf zu schreiben"

Wiederholt soll Guilfoyle Deters davor gewarnt haben, ihre Absprachen schriftlich festzuhalten. Bereits im Januar 2025, wenige Wochen nach ihrer Nominierung, schrieb sie ihm laut Bericht: "Du wirst mich buchstäblich meinen Botschafterposten kosten. Hör auf zu schreiben." Als Deters später beklagte, trotz seiner bisherigen Zahlungen keinen einzigen Gefallen erhalten zu haben, soll sie geantwortet haben: "Es ist wirklich gefährlich." Er solle sie über Signal anrufen.

Nach Deters' Darstellung bat Guilfoyle ihn außerdem, schriftlich zu bestätigen, dass er ihr zweimal 50.000 Dollar für Beratungsleistungen schulde. In einem von der Zeitung eingesehenen Brief vom 11. Juni 2025 nennt Deters tatsächlich eine angebliche offene Zahlung von 50.000 Dollar und eine geplante Zusammenarbeit bis zu ihrer Bestätigung durch den Senat. Guilfoyle habe sich Sorgen um die Rechtmäßigkeit und den Eindruck der Zahlungen gemacht, sagte Deters dem "Wall Street Journal". Die erhoffte Hilfe blieb nach seinen Angaben aus: "Sie hat nie etwas zustande gebracht."

Guilfoyles Anwalt bestreitet derweil die Echtheit der Nachrichten. Doch die Botschafterin steht bereits wegen anderer Vorwürfe unter Druck. Führende Demokraten in den außenpolitischen Ausschüssen beider Kongresskammern verlangten eine Überprüfung ihres Verhaltens. Hintergrund sind Berichte, wonach sie für ein griechisches Unternehmen geworben und dessen Lobbyisten zu Regierungstreffen mitgenommen haben soll. Die US-Botschaft verwies gegenüber dem "Wall Street Journal" auf ihre Prüfung und Bestätigung durch den Senat und betonte ihre Integrität. Außenminister Marco Rubio lobte sie dagegen noch am Mittwoch in Athen: "Unsere Botschafterin ist eine starke Botschafterin."

Quelle: ntv.de, hny

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