Iran meldet 168 tote KinderUS-Militär wahrscheinlich für Angriff auf Mädchenschule verantwortlich

Bei einem Angriff auf eine Schule sterben nach iranischen Angaben mindestens 168 Mädchen. Ermittlungen legen nahe, dass das US-Militär bei der Bombardierung einen Stützpunkt der Revolutionsgarden zerstören wollte. Die UN sprechen von einem möglichen Kriegsverbrechen.
US-Militärermittler halten es für wahrscheinlich, dass US-Streitkräfte für den Angriff auf eine iranische Mädchenschule verantwortlich sind, bei dem am Samstag Dutzende Kinder getötet wurden. Eine endgültige Schlussfolgerung oder der Abschluss der Ermittlungen stehen jedoch noch aus, wie zwei US-Beamte der Nachrichtenagentur Reuters erklärten.
Auch die "New York Times" berichtet, dass die Bombardierung der Mädchenschule am ersten Kriegstag während US-Angriffen auf eine nahegelegene Militäranlage erfolgte. Eine Auswertung von Satellitenbildern, verifizierten Videos und Beiträgen in den sozialen Medien habe ergeben, dass das Schulgebäude durch einen präzisen Schlag schwer beschädigt worden sei, der zeitgleich mit Angriffen auf einen angrenzenden Marinestützpunkt stattgefunden habe. Dieser werde von Irans Revolutionsgarden betrieben.
Offizielle Erklärungen, wonach US-Streitkräfte Marineziele nahe der Straße von Hormus angegriffen haben, wo sich der Stützpunkt befindet, "legen nahe, dass sie den Angriff höchstwahrscheinlich ausgeführt haben", heißt es in der Analyse. Die "New York Times" legt sich in ihrem Bericht jedoch nicht fest, dass der Angriff tatsächlich von US-Streitkräften ausgeführt wurde. Die Regierung habe den Angriff weder dementiert noch bestätigt, hieß es weiter.
Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben am Samstagmorgen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie 4 Elternteile ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt. Sie wollten die Berichte ebenso wie die Amerikaner prüfen. Das UN-Menschenrechtsbüro hatte am Dienstag eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln.
Ein Reporter, der für Reuters über das US-Verteidigungsministerium berichtet, schrieb auf X: "Sollte sich die Rolle der USA bestätigen, würde dieser Angriff zu den schlimmsten Fällen mit zivilen Opfern in den jahrzehntelangen US-Konflikten im Nahen Osten zählen."