Lager leer?US-Waffenlieferungen an Verbündete könnten sich massiv verzögern

Im Krieg gegen den Iran verbrauchen die USA Raketen im großen Stil. Das hinterlässt offenbar seine Spuren in den Beständen der Streitkräfte. Und hat vermutlich Folgen für die Europäer.
Die Bereitstellung von US-Rüstungsgütern für mehrere europäische Staaten könnte sich durch den Iran-Krieg deutlich verzögern. Die US-Regierung habe unter anderem Großbritannien, Polen, Litauen und Estland darüber informiert, dass zugesagte Rüstungsgüter deutlich später geliefert werden könnten, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf mehrere namentlich nicht genannte Quellen.
Auch auf durch die Europäer finanzierten US-Waffen, die für die Ukraine bestimmt sind, dürfte dies entsprechende Auswirkungen haben. Neben den europäischen Verbündeten sollen auch mit den USA befreundete Staaten in Asien, darunter Japan und Südkorea, von der Entwicklung betroffen sein.
Dabei geht es speziell um mehrere Raketensysteme. Die Verzögerungen sollen bei der Lieferung von Munition für Himars, Nasams und andere Raketensysteme auftreten. Bei Himars handelt es sich um ein mobiles Raketensystem für Boden-Boden-Angriffe, während Nasams zur Abwehr von Luftzielen in der Mitteldistanz eingesetzt wird.
Das Pentagon erklärte laut dem Bericht, es prüfe "sorgfältig neue Ausrüstungsanfragen von Partnern sowie bestehende Rüstungstransferfälle, um sicherzustellen, dass diese den operativen Erfordernissen entsprechen". Das Ministerium lehnte es ab, Einzelheiten zu nennen, und verwies dabei auf den "operativ sensiblen Charakter dieser Angelegenheiten".
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag betont, dass die US-Streitkräfte gut aufgestellt seien. "Wir verfügen weltweit über Lagerbestände, auf die wir bei Bedarf zurückgreifen können", so der Republikaner.
Die Verzögerungen sind dem Bericht zufolge zum Teil auf akute Bedenken hinsichtlich der US-Lagerbestände zurückzuführen, da in den letzten zwei Monaten im Iran große Mengen an Waffen zum Einsatz gekommen sind. Das US-Militär sah sich bereits gezwungen, Waffen aus anderen Regionen abzuziehen, um die Engpässe auszugleichen. Statt an die Verbündeten zu liefern, könnten nun prioritär die eigenen Lager aufgefüllt werden.