Politik

Bemühen um Deeskalation Biden-Berater führte Geheim-Gespräch mit Russen

AP22081671322373.jpg

Es soll Sullivan auch darum gegangen sein, mit den Russen im Gespräch zu bleiben.

(Foto: AP)

Das Verhältnis der USA und Russlands war seit dem Kalten Krieg nie so nahe am Gefrierpunkt wie derzeit. Doch die Atommächte bleiben einem Bericht zufolge auch in dieser Zeit hinter den Kulissen in Kontakt.

Der US-Sicherheitsberater Jake Sullivan bemüht sich einem Zeitungsbericht zufolge um eine Deeskalation der nuklearen Spannungen im Ukraine-Krieg. Sullivan habe in den vergangenen Monaten mit dem Kremlberater Juri Uschakow und dem Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, vertrauliche Gespräche geführt, die nicht öffentlich bekannt gegeben wurden, schreibt das "Wall Street Journal".

Offiziell wurden die Gespräche nicht dementiert. Eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates sagte demnach wörtlich: "Die Leute behaupten viele Dinge". In den Gesprächen sei es Sullivan darum gegangen, eine weitere Eskalation zu vermeiden und Gesprächskanäle offen zu halten, heißt es im Bericht.

Die Gespräche hätten stattgefunden, als die Regierung in Moskau ihre Nuklearrhetorik verschärft hatte, indem sie wiederholt die Ukraine ohne belastbare Beweise beschuldigte, den Einsatz einer radioaktiven "schmutzigen Bombe" zu planen. Die Ukraine hat mehrfach erklärt, keinen Einsatz einer derartigen Bombe zu planen. Im Gegenzug warf die Regierung in Kiew Russland vor, selbst derartige Pläne zu haben, um den Einsatz dieser weltweit geächteten Waffen dann der Ukraine in die Schuhe zu schieben.

USA fordern Kiew zu Verhandlungsbereitschaft auf

Der Kreml lehnte eine Stellungnahme zu einem Bericht des "Wall Street Journal" ab. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erläutert lediglich, dass Russland zwar offen für Gespräche bleibe. Mit der ukrainischen Regierung könne aber nicht verhandelt werden, weil Kiew Gespräche mit Moskau ablehne.

Zuletzt hatten die USA auch die ukrainische Regierung aufgefordert, eine gewisse Verhandlungsbereitschaft zu zeigen. Die Ukraine solle ihre öffentliche Weigerung aufgeben, sich an Friedensgesprächen mit Präsident Putin zu beteiligen, berichtete die "Washington Post" und zitierte mit den Gesprächen vertraute Personen.

Der Zeitung zufolge ziele das Drängen amerikanischer Beamter nicht darauf ab, die Ukraine an den Verhandlungstisch zu bringen, vielmehr sei es ein kalkulierter Versuch, Kiew die Unterstützung der Länder zu sichern, deren Bürger einen Krieg über viele Jahre hinweg befürchten. "Die Ukraine-Müdigkeit ist für einige unserer Partner eine echte Sache", zitierte die "Washington Post" einen mit der Sache vertrauten US-Beamten.

Quelle: ntv.de, vpe/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen