Politik

Ende der "feindseligen Politik"? USA locken Nordkorea an Verhandlungstisch

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Auch Gespräche auf Augenhöhe zwischen Kim Jong Un und Donald Trump brachten bislang keinen Durchbruch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Versuche der USA, Nordkorea von einer endgültigen Denuklearisierung zu überzeugen, sind bislang gescheitert. Nun bringen die Amerikaner mit einem vagen Zugeständnis Schwung in die ins Stocken geratenen Verhandlungen. Pjöngjang stellt mürrisch neue Gespräche in Aussicht.

Die USA haben nach Angaben Nordkoreas neue Atomverhandlungen im Dezember vorgeschlagen. Knapp sechs Wochen nach ergebnislos gebliebenen Arbeitsgesprächen zwischen beiden Ländern über Nordkoreas Atomwaffenprogramm in Schweden betonte Pjöngjangs Unterhändler Kim Myong Gil, er könne die US-Seite nur dann treffen, "falls eine Verhandlungslösung möglich ist". US-Verteidigungsminister Mark Esper sagte unterdessen auf dem Weg nach Seoul, Washington sei offen für eine mögliche Reduzierung weiterer Militärübungen mit Südkorea, falls dies der Diplomatie im Atomstreit mit Nordkorea diene.

Kim Myong Gil sagte Staatsmedien zufolge, er sei nicht an einem Treffen interessiert, wenn die USA seine Regierung nur beschwichtigen wollten. Er forderte von den USA, eine grundlegende Lösung zur Beendigung ihrer "feindseligen Politik" vorzulegen. Der Gesprächsvorschlag sei von Stephen Biegun, dem US-Sonderbeauftragten für Nordkorea, über ein Drittland übermittelt worden, sagte der Unterhändler Kim. Er hatte sein Land auch bei den Gesprächen Anfang Oktober in Stockholm vertreten.

Die Atomverhandlungen sind seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber im Februar in Vietnam ins Stocken geraten. Die Führung in Pjöngjang fordert eine Aufhebung internationaler Sanktionen. Auch hatte sie zuletzt ihre Kritik an den südkoreanisch-amerikanischen Manövern wieder verstärkt, durch die sie sich provoziert fühlt.

Militärmanöver seit 2018 zurückgefahren

Auf die Manöver ging Esper laut seinem Ministerium auf dem Flug nach Südkorea ein. Abhängig davon, was die Diplomatie erfordere, könnten die Übungen angepasst werden, sagte Esper. Es könnten - je nachdem - mehr oder weniger Übungen angesetzt werden. Jede Änderung werde in Absprache mit dem Bündnispartner Südkorea erfolgen. Die gemeinsame Bereitschaft werde nicht gefährdet. Vor dem Besuch Espers in Südkorea drohte ein Sprecher der Kommission für Staatsangelegenheiten - dem wichtigsten Entscheidungsgremium in Nordkorea - mit Gegenmaßnahmen, sollten die USA und Südkorea wie geplant neue Manöver durchführen.

Esper nannte keine Details, wie weitreichend die Veränderungen sein könnten. Beide Länder hatten bereits seit 2018 den Umfang gemeinsamer Übungen reduziert oder auch Manöver komplett abgesagt. Esper will am Freitag in Seoul gemeinsam mit seinem südkoreanischen Kollegen Jeong Kyeong Doo die regelmäßigen Sicherheitsberatungen zwischen beiden Ländern leiten. Schwerpunkte werden die Situation auf der koreanischen Halbinsel und die bilaterale Allianz sein.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa