Politik

Nach Tötung Soleimanis USA schicken neue Soldaten in Nahen Osten

Die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani durch die USA könnte fatale Folgen haben. Die Sorge vor einer neuen Eskalation im Nahen Osten wächst. Während der Iran den USA mit Rache droht, kündigt Washington an, seine Truppen in der Region zu verstärken.

Die USA entsenden Tausende zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten, nachdem sich der Konflikt mit dem Iran zugespitzt hat. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte, es würden zwischen 3000 und 3500 Soldaten in die Region geschickt. Sie würden angesichts der gestiegenen Bedrohungslage als "Vorsichtsmaßnahme" in Iraks Nachbarland Kuwait stationiert, hieß es aus dem Ministerium. International wächst die Sorge vor einer Gewalt-Eskalation in Nahen Osten, nachdem die USA den iranischen General Kassem Soleimani durch einen Drohnenangriff getötet haben. Der Iran drohte mit Vergeltung, wie auch mit Teheran verbündete Milizen.

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Aus Regierungskreisen in Washington hieß es, dies sei eine Vorsichtsmaßnahme angesichts einer verstärkten Bedrohung für amerikanische Kräfte in der Region. Die Truppen der 82. Luftlandedivision würden sich den rund 750 Soldaten anschließen, die in den vergangenen Tagen schon nach Kuwait geschickt worden seien. Die US-Streitkräfte sind derzeit mit rund 5000 Soldaten im Irak vertreten und haben Tausende weitere Truppen in anderen Ländern der Region wie in Bahrain und in Saudi-Arabien.

Zudem kündigte das US-Außenministerium Sanktionen gegen die irakische Miliz Asaib Ahl al-Hak und deren Anführer an. Die Gruppe und ihre Köpfe seien gewaltsame Verbündete des Iran, erklärte US-Außenminister Mike Pompeo. "Sie handeln im Namen ihrer Herren in Teheran und setzen Gewalt und Terror ein, um die Bemühungen des iranischen Regimes zur Untergrabung der irakischen Souveränität voranzutreiben."

Das Ministerium beklagte, die Miliz sei seit ihrer Gründung 2006 für mehr als 6000 Angriffe gegen Kräfte der USA und ihrer Verbündeten verantwortlich und werde von den iranischen Al-Kuds-Brigaden finanziell unterstützt und trainiert. Mit den Strafmaßnahmen werden Vermögenswerte der Miliz und ihren Anführern in den USA eingefroren und Geschäfte mit ihnen untersagt.

Trump: Wir wollen keinen Krieg

US-Präsident Donald Trump betonte, er wolle keinen Krieg mit Teheran. "Wir haben gehandelt, um einen Krieg zu beenden", sagte Trump im US-Bundesstaat Florida. "Wir haben nicht gehandelt, um einen Krieg zu beginnen." Die Vereinigten Staaten wollten Frieden, Partnerschaft und Freundschaft mit anderen Ländern. Die USA wollten auch keinen Regimewechsel im Iran erreichen. Die Vereinigten Staaten täten aber alles, um die eigenen Diplomaten, Soldaten und Bürger zu schützen.

"Ich bin bereit und vorbereitet, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen - und das bezieht sich insbesondere auf den Iran", sagte Trump. Soleimani habe an "finsteren" Angriffsplänen gegen US-Ziele gearbeitet und sei deshalb ausgelöscht worden. Wäre er schon früher getötet worden, hätten viele Leben gerettet werden können, sagte der US-Präsident.

Pompeo nennt Luftangriff Selbstverteidigung

US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, die USA seien nach wie vor um "Deeskalation" im Nahen Osten bemüht. Das habe Pompeo in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow klargemacht, erklärte das Außenministerium. Pompeo habe betont, der Luftangriff auf Soleimani in Bagdad sei ein Akt der Selbstverteidigung gewesen, um bevorstehende Aktionen der Iraner abzuwenden, hieß es weiter.

Russland ist mit Truppen unter anderem in Iraks Nachbarland Syrien vertreten, wo ebenfalls US-Truppen und vom Iran unterstützte Kräfte aktiv sind. Lawrow warnte nach Angaben seines Ministeriums, das Vorgehen der USA könne schwerwiegende Konsequenzen für den Frieden und die Stabilität in der Region haben. Moskau habe Washington nachdrücklich aufgefordert, es solle nicht versuchen, seine Ziele auf internationaler Ebene mit illegitimen Methoden durchzusetzen, hieß es. Stattdessen sollten Probleme am Verhandlungstisch gelöst werden.

Der einflussreiche Kommandeur der berüchtigten Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden war in der Nacht zum Freitag bei einem US-Drohnenangriff unweit des Flughafens von Bagdad getötet worden. Getötet wurde auch der irakische Milizenführer Abu Mehdi al-Muhandis, die Nummer zwei der pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/dpa/rts