Politik

"Ist Deutschlands Entscheidung" USA sehen kein Problem bei "Leopard"-Lieferung

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Die Ukraine fordert von der Bundesregierung seit Monaten die Lieferung von "Leopard-2"-Kampfpanzern.

(Foto: REUTERS)

Wann immer aus der Ukraine Forderungen nach der Lieferung von Kampfpanzern laut werden, verweist Bundeskanzler Scholz darauf, keine Alleingänge ohne den NATO-Partner USA machen zu wollen. Die US-Vizeaußenministerin erklärt, Deutschland müsse selbst entscheiden.

Die USA haben kein Problem mit der Lieferung deutscher Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2" oder deutscher Patriot-Flugabwehrsysteme in die Ukraine. "Unsere Position ist in beiden Fällen dieselbe: Es ist Deutschlands Entscheidung, was Deutschland tut", sagte US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman während ihres Deutschland-Besuchs in Berlin vor Journalisten. Die Ukraine fordert von der Bundesregierung seit Monaten die Lieferung von "Leopard-2"-Kampfpanzern.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat immer wieder betont, dass es bei der Unterstützung der Ukraine mit Kampfpanzern westlicher Bauart keine deutschen Alleingänge geben werde. Bisher hat kein NATO-Staat solche Panzer geliefert. Die Ukraine wünscht sich auch Flugabwehrsysteme des US-Typs "Patriot", die Deutschland bisher nur bereit ist, dem NATO-Partner Polen zum Schutz des Grenzgebiets zur Ukraine zur Verfügung zu stellen.

Sherman sagte, die Bundesregierung habe bei der militärischen Unterstützung der Ukraine bisher Großartiges geleistet, Führungsstärke bewiesen und sehr harte Entscheidungen getroffen. "Ich gehe davon aus, dass Deutschland alles Mögliche tun wird, von dem es meint, dass es angemessen und richtig für Deutschland ist."

Dass die Vereinigten Staaten der Bundesregierung bereits vor längerer Zeit ihre Zustimmung zur Kampfpanzer-Lieferung signalisiert haben, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" bereits vor einigen Tagen mit Verweis auf zwei Quellen, die Zugang zu vertraulichen Informationen aus zwei Ländern haben. Demnach habe der Sicherheitsberater des US-amerikanischen Präsidenten, Jake Sullivan, das schon im Oktober dem außenpolitischen Berater des Bundeskanzlers, Jens Plötner, mitgeteilt.

Eine Quelle sagte laut Bericht, Sullivan habe Plötner am Telefon gesagt, die USA würden es begrüßen, wenn Deutschland den "Leopard 2" liefere, doch solle das auf deutsche Initiative geschehen. Amerika fordere Deutschland zu solchen Lieferungen nicht auf. Die zweite Quelle sagte, Sullivan habe Plötner im Oktober signalisiert, es sei "okay", wenn Deutschland liefere.

Quelle: ntv.de, lve/dpa

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