Politik

Ölpreis fälltUSA und Iran einigen sich auf Eckpunkte für Abkommen

22.06.2026, 04:37 Uhr
00:00 / 02:33
US-Vizepraesident-JD-Vance-r-begruesst-den-pakistanischen-Premierminister-Shehbaz-Sharif-im-Rahmen-hochrangiger-Gespraeche-die-darauf-abzielen-eine-Einigung-zur-Beendigung-des-Nahostkonflikts-voranzutreiben
US-Vizepräsident JD Vance im Gespräch mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif. (Foto: picture alliance/dpa/Pool Reuters)

Bei den Verhandlungen um eine Friedenslösung in Nahost droht die iranische Delegation zeitweise, die Gespräche in der Schweiz platzen zu lassen. Am frühen Morgen kommt es dann doch zu einer Annäherung.

Die USA und der Iran haben sich bei ihren Verhandlungen in der Schweiz auf das weitere Vorgehen für ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen geeinigt. Nach 18-stündigen Gesprächen auf Spitzenebene gaben die Vermittler Katar und Pakistan am frühen Morgen den Abschluss der ersten Runde bekannt. Zu den zentralen Ergebnissen gehören die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, die die Einstellung der Kampfhandlungen im Libanon überwachen soll, sowie ein Mechanismus zur Sicherung der Handelsschifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Die Verhandlungen auf technischer Ebene sollen den Rest der Woche in dem Bergresort auf dem Bürgenstock in der Schweiz fortgesetzt werden.

An den Finanzmärkten sorgten die Fortschritte für Erleichterung: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent fiel um mehr als einen Dollar auf 79,44 Dollar. Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi erklärte, Teheran habe Ausnahmegenehmigungen für Öl- und Petrochemie-Exporte, die Freigabe eingefrorener Gelder sowie einen Wiederaufbauplan ausgehandelt.

Die Gespräche hatten zuvor unter großen Spannungen begonnen. Die iranische Delegation hatte am Sonntag laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna zwischenzeitlich die Verhandlungen unterbrochen. Grund waren Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit neuen Angriffen auf den Iran wegen Teherans Unterstützung der Hisbollah-Miliz im Libanon. US-Vizepräsident JD Vance, der die US-Delegation anführte, schlug dagegen versöhnlichere Töne an. Trump habe darum gebeten, ein neues Kapitel aufzuschlagen, um die Beziehungen zum iranischen Volk zu verändern, sagte Vance.

Überschattet wurde der Auftakt der Gespräche zudem von der Entscheidung des Irans, die Straße von Hormus wegen anhaltender israelischer Angriffe im Libanon erneut für den Schiffsverkehr zu sperren. Die monatelange Blockade der Meerenge hatte zuvor zu Spannungen auf den globalen Energiemärkten geführt. Grundlage der aktuellen Verhandlungen ist eine in der vergangenen Woche erzielte Grundsatzeinigung, die eine brüchige Waffenruhe aus dem April um mindestens 60 Tage verlängert. 

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Lage im Libanon. Die nun vereinbarte Koordinierungsstelle soll die Einhaltung der Waffenruhe überwachen. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte jedoch erst am Sonntag betont, man werde die "Sicherheitszone" im Libanon aufrechterhalten, so lange es für den Schutz der eigenen Bevölkerung notwendig sei. Israel ist dort etwa zehn Kilometer tief in libanesisches Territorium eingedrungen. Die Offensive des Landes richtet sich gegen die Hisbollah-Miliz, die von Teheran unterstützt wird. Am Sonntag schien sich die Lage im Libanon nach zwei Tagen schwerer israelischer Angriffe beruhigt zu haben. Viele Flüchtlinge kehrten in ihre Häuser zurück.

Quelle: ntv.de, bho/chl/rts/AFP

Iran-KriegFriedensgesprächeDonald TrumpSchweizUSAIranKriege und KonflikteNahost-KonfliktStraße von Hormus