Politik

"Konstruktive Atmosphäre"USA und Iran einigen sich offenbar auf Eckpunkte für Abkommen

22.06.2026, 04:37 Uhr
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US-Vizepraesident-JD-Vance-r-begruesst-den-pakistanischen-Premierminister-Shehbaz-Sharif-im-Rahmen-hochrangiger-Gespraeche-die-darauf-abzielen-eine-Einigung-zur-Beendigung-des-Nahostkonflikts-voranzutreiben
US-Vizepräsident JD Vance (r.) im Gespräch mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif (l.). (Foto: picture alliance/dpa/Pool Reuters)

Bei den Verhandlungen um eine Friedenslösung in Nahost droht die iranische Delegation zeitweise, die Gespräche in der Schweiz platzen zu lassen. Am frühen Montagmorgen kommt es dann doch zu einer Annäherung.

Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz auf der Ebene der Verhandlungsführer soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, innerhalb von 60 Tagen ein "finales Abkommen" zu erreichen, hieß es am frühen Montagmorgen in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben. Die US-Seite äußerte sich in der Nacht nicht unmittelbar zum Ausgang des ersten Verhandlungstages.

Die Gespräche hätten in einer "positiven und konstruktiven Atmosphäre" stattgefunden. "Es wurden ermutigende Fortschritte erzielt, inklusive der Schaffung eines Mechanismus für weitere Gespräche", hieß es in der von den Vermittlern bei X verbreiteten Erklärung weiter.

Es sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden, hieß es weiter. Ziel sei eine sichere Passage für Schiffe durch die Meerenge. Zudem sei ein Forum geschaffen worden, um für die Einhaltung der Waffenruhe auch im Libanon zu sorgen, wo es immer wieder zu gegenseitigen Attacken der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz kommt.

Delegation: Grundstein für Abkommen steht

Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen den Angaben zufolge während der laufenden Woche im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock bei Luzern fortgesetzt werden. Laut der Verhandlungsdelegation solle ein Dokument mit den vereinbarten Eckpunkten veröffentlicht werden. Damit sei der Grundstein für Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen gelegt.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb bei X, es habe bei den Bemühungen, den Krieg im Libanon zu beenden, "große Fortschritte" gegeben. Das gemeinsame Forum zur Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe im Libanon sei der "erste wirkliche Test" der Vereinbarungen. Die US-Seeblockade iranischer Häfen sei aufgehoben und erste eingefrorene iranische Guthaben würden freigegeben. Auch ein Plan für den Wiederaufbau im Iran sei laut Araghtschi angestoßen worden.

Das erste direkte Gespräch der Delegationen in der Schweiz dauerte am Sonntagnachmittag Berichten zufolge rund eine Stunde. Die US-Delegation wurde von Vance angeführt. Er hatte bereits zuvor angedeutet, dass er davon ausgehe, am Montag zurück in die USA zu reisen. Von iranischer Seite nahm neben Außenminister Araghtschi unter anderem Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Verhandlungsführer teil. 

Die iranische Delegation hatte zwischenzeitlich die Verhandlungen in der Schweiz unterbrochen. Grund waren Drohungen von US-Präsident Trump, der Teherans Unterstützung der Hisbollah-Miliz im Libanon scharf kritisierte.

Die USA und Israel hatten den Iran-Krieg Ende Februar begonnen. Anfang April trat eine Waffenruhe in Kraft, die jedoch vereinzelt gebrochen wurde. Vergangene Woche schlossen die USA und der Iran dann ein Rahmenabkommen ab - mit dem Ziel, innerhalb von 60 Tagen eine umfassende Einigung für ein Kriegsende zu erreichen.

Quelle: ntv.de, bho/dpa/AFP/rts

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