Politik

Einigung auf weniger Gewalt USA und Taliban stehen kurz vor Abkommen

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Schon auf der Münchner Sicherheitskonferenz Mitte des Monats verhandelten Regierungsvertreter der USA und Afghanistans.

(Foto: REUTERS)

Die USA würden ihre Truppen gerne aus Afghanistan abziehen. Dafür verhandeln sie auch mit ihren alten Erzfeinden. Nach längerer Funkstille zwischen den USA und den Taliban scheint noch in diesem Monat ein Abkommen in Reichweite.

Die USA bereiten sich auf die Unterzeichnung eines Abkommens mit den radikalislamischen Taliban am 29. Februar vor. "Nach Jahrzehnten des Konflikts haben wir uns mit den Taliban auf eine signifikante Reduzierung der Gewalt in ganz Afghanistan geeinigt", teilte US-Außenminister Mike Pompeo auf Twitter mit. Das sei ein wichtiger Schritt auf einem langen Weg zum Frieden, und er rufe alle Afghanen dazu auf, diese Möglichkeit zu nutzen, schrieb Pompeo weiter.

Der Nationale Sicherheitsrat Afghanistans hatte zuvor mitgeteilt, dass sich die Konfliktparteien vom 22. Februar an mit Waffengewalt eine Woche lang deutlich zurückhalten wollten. Sollte diese Woche der reduzierten Gewalt eingehalten werden, könnte das den Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen ebnen und so den seit mehr als 18 Jahren andauernden Konflikt in Afghanistan beenden. Die USA verhandeln seit mehr als einem Jahr mit den Taliban über einen Abzug tausender Soldaten im Gegenzug für Zugeständnisse und Sicherheitsgarantien der Taliban. Auch afghanische Beamte rechnen mit einer Unterzeichnung eines Abkommens am 29. Februar in Doha.

Die innerafghanischen Verhandlungen sollen Pompeo zufolge kurz nach der Unterzeichnung beginnen. Sie würden "auf diesem grundlegenden Schritt" aufbauen und sollten "eine umfassende und dauerhafte Waffenruhe" und einen Plan für die künftige Politik Afghanistans ermöglichen, erklärte er. Pompeo fügte hinzu, es gebe noch einige Herausforderungen, aber es seien Fortschritte gemacht worden, die "Anlass zur Hoffnung geben und eine echte Chance darstellen".

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg lobte die Einigung zwischen den USA und den Taliban. Diese könne den Weg für innerafghanische Verhandlungen und dauerhaften Frieden ebnen und sicherstellen, dass das Land "nie wieder Rückzugsort für Terroristen" werde. Auch Russland lobte die Einigung als "wichtigen Schritt" für Frieden in Afghanistan. Sollte er zur Unterzeichnungszeremonie am 29. Februar einladen werden, werde er daran teilnehmen, sagte der russische Afghanistan-Gesandte, Samir Kabulow, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/AFP