Politik

Defensiv ausgerichteter Einsatz USA verstärken Einsatzkräfte am Golf

Nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen stocken die USA ihre Truppen vor Ort auf. Spezialisten sollen die saudi-arabische Luftabwehr stärken, heißt es aus dem Pentagon. Wie und wo genau die US-Soldaten eingesetzt werden, ist noch unklar.

Als Reaktion auf die Luftangriffe auf zwei saudi-arabische Ölanlagen schicken die USA zusätzliche Einheiten in die Golfregion. Präsident Donald Trump habe einem defensiv ausgerichteten Einsatz zur Stärkung der saudi-arabischen Luftabwehr zugestimmt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Pentagon-Chef Mark Esper erklärte in Washington, dies geschehe auf Bitten Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate.

US-Generalstabschef Joe Dunford sagte, es handele sich um eine "moderate" Verstärkung, bei der es nicht um tausende Soldaten gehe. Die genaue Zahl der zusätzlichen Soldaten nannte er nicht, auch machte er keine Angaben zu deren Bewaffnung.

Am vergangenen Samstag waren die Ölanlagen in Churais und Abkaik in Saudi-Arabien angegriffen worden, woraufhin die Ölproduktion einbrach und der Ölpreis anstieg. Die USA und ihr Verbündeter Saudi-Arabien machen den Iran für die Angriffe verantwortlich, der dies bestreitet.

"Alles deutet darauf hin, dass der Iran für den Angriff verantwortlich war", sagte US-Verteidigungsminister Esper. Die Untersuchungen von amerikanischen, saudischen und internationalen Experten hätten ergeben, dass die eingesetzten Waffen aus iranischer Produktion stammten und nicht vom Jemen aus eingesetzt worden seien. Der Iran dementiert jede Verantwortung für die Angriffe in Saudi-Arabien am vergangenen Samstag. Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen hatten sich zu der der Tat bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo hatte sie daraufhin der Lüge bezichtigt.

Im vergangenen Juni hatte das Pentagon angekündigt, weitere 1000 Soldaten in den Nahen Osten zu schicken, um US-Truppen und nationale Interessen der USA in der Region zu schützen. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt.

Trump verschärft Sanktionen

Esper sagte, Präsident Donald Trump habe deutlich gemacht, dass die USA keinen Krieg mit dem Iran wollten. Gleichzeitig erklärte der Verteidigungsminister: "Uns stehen andere militärische Optionen zur Verfügung, sollten sie nötig sein." Esper forderte den Iran auf, seine "zerstörerischen und destabilisierenden Aktivitäten" zu unterbinden und einen "friedlichen und diplomatischen Weg" weiterzugehen. "Tatsache ist, dass die Saudis sowohl mit Drohnen als auch mit Marschflugkörpern angegriffen wurden" und dass sie weiterhin gefährdet seien.

Trump hatte am Freitag neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt und gleichzeitig seinen Kurs der militärischen Zurückhaltung verteidigt. Er könne jederzeit "innerhalb von einer Minute" einen Militärschlag beispielsweise gegen 15 wichtige Ziele im Iran anordnen, sagte Trump im Weißen Haus. Er wolle das aber möglichst vermeiden. An die Adresse von Kritikern, die ihm Schwäche vorwerfen, sagte Trump: "Meiner Meinung nach zeigt das Stärke."

Die US-Regierung verhängte knapp eine Woche nach den Angriffen auf die saudischen Ölanlagen neue Sanktionen gegen Irans Zentralbank und Staatsfonds wegen angeblicher Finanzierung terroristischer Aktivitäten. "Wir haben jetzt alle Einkommensquellen des Irans abgeschnitten", sagte Finanzminister Steven Mnuchin. Die USA riefen alle Regierungen dazu auf, nicht mehr mit der iranischen Zentralbank zu kooperieren.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/dpa/rts

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