Politik

"Schwerer Schlag" für RusslandUkraine bricht Schweigen über Gegenoffensive bei Lyman

15.09.2026, 16:52 Uhr
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Ein ukrainischer Soldat der 93. Brigade nahe der Front in der Region Donezk. (Foto: picture alliance / Ukrainian 93rd Mechanized brigade via AP)

Wegen strikter Geheimhaltung gab es in den vergangenen Wochen von ukrainischer Seite kaum offizielle Informationen über die Lage bei Lyman. Nun spricht Kiews Militär erstmals über die Operation "Vivaldi" in dem Gebiet.

Das ukrainische Militär macht mit Verzögerung erfolgreiche Gegenangriffe im Norden des Gebiets Donezk öffentlich. Der Kommandeur des 3. Armeekorps, Andrij Bilezkyj, berichtete in einem Video, nördlich der Stadt Lyman seien auf einer Fläche von 75 Quadratkilometern in mehreren Dörfern eingesickerte russische Stoßtrupps ausgeschaltet worden. 

Den Kampfkapazitäten der russischen Einheiten sei "ein schwerer Schlag versetzt" worden. Ukrainische Truppen hätten die Dörfer Nowoseliwka, Olexandriwka, Jawoa, Serednje und die Vororte von Korowij Jar befreit sowie eine Fläche von zehn Quadratkilometern von russischen Truppen zurückerobert. Dies sei jedoch nur ein Teil der Offensive mit dem Codenamen "Vivaldi", sagte Bilezkyj.

Wegen der strikten Geheimhaltung auf ukrainischer Seite hatte es aus dieser Region seit dem Frühsommer kaum Nachrichten gegeben. Erst in den vergangenen Tagen machten von Militärexperten verifizierte Fotos und Videoaufnahmen deutlich, dass es der Ukraine gelungen war, die Stadt Lyman zu sichern und einen großen Vorstoß der russischen Streitkräfte zurückzuwerfen. Demnach richten sich die ukrainischen Gegenangriffe gegen einen russischen Vorstoß auf etwa 15 Kilometern Breite, der nördlich von Lyman und rund dreißig Kilometer nördlich von Slowjansk stattfindet. Auch russische Militärblogger räumten Probleme bei Lyman ein.

Ein russischer Vormarsch an dieser Stelle hätte die von der Ukraine verteidigten Großstädte Slowjansk und Kramatorsk von Norden bedroht. Die ukrainischen Erfolge widerlegen auch die Darstellung des Kremls und des Moskauer Generalstabs, dass russische Truppen überall an der Front in der Ostukraine vorrücken. Russlands Präsident Wladimir Putin behauptete Anfang September, die Stadt Swjatohirsk mit ihrem wichtigen orthodoxen Kloster sei in russischer Hand. Der ukrainische General Bilezkij zeigte sich daraufhin in einem Video ohne Helm mitten in der Stadt.

An anderen Frontabschnitten im Industriegebiet Donbas stehen die ukrainischen Verteidiger jedoch unter großem Druck. Die russischen Streitkräfte versuchen sie beispielsweise im Süden bei Dobropillja mit einer Zangenbewegung zu umfassen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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