Politik

Aufnahmen zeigen lange Staus Ukrainer versuchen, aus Kiew zu fliehen

276063454.jpg

In der Hauptstadt Kiew bilden sich lange Staus.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Von Sirenen und Explosionen werden viele Ukrainer am Morgen geweckt. Besonders in der Hauptstadt Kiew zeigt sich eine erste Fluchtbewegung. Bilder von langen Staus werden in sozialen Medien geteilt. ntv-Korrespondent Stephan Richter beobachtet in Polen bereits die Ankunft von ersten Geflüchteten.

In der Nacht zu Donnerstag werden viele Ukrainerinnen und Ukrainer überrascht. Russland eröffnet den Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Bereits wenige Stunden später zeigen erste Bilder in den sozialen Medien, wie Tausende versuchen, die Hauptstadt Kiew und das Land zu verlassen.

In Kiew blockierte bereits am Morgen ein riesiger Stau die nach Westen führende Hauptverkehrsstraße. Nachdem der Flughafen der Hauptstadt bombardiert wurde, seien viele weitere Staus auf den Straßen entstanden, die stadtauswärts führen, berichtet die "New York Times". Ukrainer warten demnach bis zu einer Stunde, um ihre Autos zu betanken. Zudem hätten sich auch die Lebensmittelläden gefüllt und sich lange Schlangen vor Geldautomaten gebildet.

Andere versuchten, mit Zügen aus der Millionenmetropole zu flüchten. Viele Menschen deckten sich mit Lebensmitteln und Trinkwasser ein. Befürchtet wird offenbar, dass die Versorgung im schlimmsten Fall zusammenbrechen könnte. Die U-Bahn stellte bisher ihren Betrieb nicht ein. Die Fahrten sind am heutigen Donnerstag gratis. Am Morgen liefen testweise die Luftschutzsirenen.

Auch am Flughafen von Kiew sind viele Menschen gestrandet. "Wir hatten geplant, heute von Kiew nach Baku zu fliegen. Uns wurde aber gesagt, dass der Flug gestrichen wurde", sagte eine Reisende. "Niemand hilft uns gerade. Niemand sagt uns, was passiert ist, was aus unserem Flug wird, was wir machen sollen, wo wir hingehen sollen." Auch bei der Airline reagiere niemand. "Wir wissen nicht, was wir machen sollen."

Lange Schlangen an den Grenzübergängen

Unterdessen kündigte die ukrainische Bahn an, Evakuierungszüge aus dem Osten der Ukraine und aus der Region Odessa im Süden des Landes einzusetzen. Mehrere Länder riefen ihre Staatsbürger auf, die Ukraine zu verlassen. Darunter auch die deutsche Botschaft, die "dringend" dazu aufforderte.

An den Grenzübergängen im Westen der Ukraine haben sich derweil lange Schlangen gebildet. Ein Video des Journalisten Vitaly Glagoly zeigt etwa Scharen von Autos, die am Grenzübergang Uzhgorod die Ukraine Richtung Slowakei verlassen wollen. ntv-Korrespondent Stephan Richter berichtet, dass die ersten Geflüchteten bereits aus der Ukraine in Polen angekommen sind. Die Krankenhäuser dort bereiten sich darauf vor, mögliche Verletzte aus der Ukraine aufzunehmen. Es würden auch Betten bereitgestellt, teilte das Gesundheitsministerium in Warschau mit.

Die ersten Länder kündigten an, Geflüchtete aus der Ukraine aufzunehmen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser sicherte Polen und anderen osteuropäischen Partnern Hilfe bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine zu. "Wir verfolgen sehr aufmerksam, ob es Fluchtbewegungen in unsere Nachbarländer geben wird", erklärte die SPD-Politikerin. "Wir werden die betroffenen Staaten - vor allem unser Nachbarland Polen - massiv unterstützen, sollte es zu großen Fluchtbewegungen kommen."

Auch das ukrainische Nachbarland Moldawien sei bereit, Zehntausende Menschen aus dem Nachbarland aufzunehmen, teilte Präsidentin Maia Sandu mit. "Wir werden den Menschen helfen, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchen." Moldauischen Medien zufolge bilden sich an der Grenze bereits Autoschlangen.

Quelle: ntv.de, ses/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen